windelfrei

Ich praktiziere mit meiner Tochter (Teilzeit-)windelfrei.
Ich wollte diesen Beitrag schon lange schreiben. Dann fing ich an und plötzlich lief es nicht mehr so rund mit windelfrei. Derzeit ist es mir sogar etwas lästig. Also habe ich mich gefragt, ob ich lieber nicht damit angefangen hätte (also mit windelfrei). Die Antwort auf diese Frage war ganz klar: nein. Ich würde es jederzeit wieder machen. Also warum nicht auch den Beitrag über das Thema schreiben obwohl es nicht gut läuft zur Zeit.

Angefangen damit haben wir so richtig als die Kleine etwa 11 Wochen alt war. Nun ist sie schon ein Jahr alt.
Ich habe von „windelfrei“ erfahren als die Zwillinge etwa 6 Monate alt waren. Ich habe dann das Buch „Es geht auch ohne Windeln“ gelesen von Ingrid Bauer. Es hat mich sehr angesprochen. Bis dahin hatte ich die Zwillinge mit Wegwerfwindeln gewickelt obwohl ich extra vor ihrer Geburt Stoffwindeln besorgt hatte. Die hatte ich auch ausprobiert als ich endlich mir Ihnen das Krankenhaus verlassen durfte. Allerdings haben die Stoffwindeln bei den Minibabys (1,7 kg und 2,1 kg) so doll aufgetragen, dass ich damit nicht richtig begonnen habe.
Als ich das Buch ausgelesen hatte versuchte ich mein Glück mit den Babys, aber ich scheiterte.
Irgendwie klappte es bei mir nicht. Oft mussten sie gleichzeitig und ich war nur noch am Wischen. Ich konnte mich nicht auf sie einstellen glaube ich.
Aber es brachte auch etwas Gutes mit sich. Wir waren zwar nicht windelfrei, aber immer öfters ließ ich sie unten ohne rumlaufen und das half uns oft bei wunden Popos. Und dann fand ich auch zu den Stoffwindeln zurück.
Trocken wurden sie aber erst mit 2,5 Jahren ungefähr.

Als unsere Jüngste geboren wurde, hielten wir sie immer ab beim Windel wechseln. Das klappte gut die ersten Wochen, aber es ging auch immer was in die Windel. Irgendwann ging gar nichts mehr ins Töpfchen und alles in die Windel. Der Po war leicht wund und ziemlich verkrustet die Haut war rau.
Ich begann also nochmal das Buch zu lesen. In Rekordzeit für mich (2-3 Tage) hatte ich es ausgelesen und von da an bekam sie Windeln nur noch außerhalb des Hauses an. Ich beobachtete sie und immer öfters merkte ich wann sie musste und konnte sie abhalten.
Ihr Po heilte und war nach zwei Wochen babyweich und sie war viel zufriedener.
Mein bis dahin bereits sehr ruhiges und zufriedenes Baby war auf einmal noch ausgeglichener.

Es war ein Auf und Ab seitdem. Ich denke an guten Tagen kriege ich 80-90% der Zeit mit, wenn sie muss. An Schlechten bin ich froh wenn es 50% sind.
Derzeit liegen wir mehr so bei 50-60%, denn seitdem sie läuft ist sie selbstständiger und dazu gehört auch das selbstständige ausscheiden. Und das macht sie dann eben auf den Boden statt in den Topf.

Macht windelfrei mehr Arbeit?
Ich denke: ja und nein.
Ja – ich habe manchmal viel Wäsche. Einen gewissen Teil davon hätte ich aber auch mit den Stoffwindeln, denn Wegwerfwindeln benutzen wir nur selten. Dennoch habe ich im Schnitt mehr Wäsche denke ich.
Ja – es nimmt mehr Zeit und Aufmersamkeit in Anspruch auf die Signale zu achten und zu reagieren.
Ja – es ist nachts etwas anstrengender als zu wickeln.
ABER
Nein, denn – Auf lange Sicht habe ich meine Kleine hoffentlich trocken bevor sie 2,5 ist (wie ihre Schwestern damals). Somit habe ich unter Umständen gleich viel Wäsche, weil ich vielleicht 0,5-1 Jahr Stoffwindeln waschen „spare“.
Nein, denn – seitdem wir windelfrei praktizieren ist sie so ausgeglichen. Ich habe keine abendliche Schreistunde mit ihr und auch sonst ist es mit ihr sehr einfach. Ich „spare“ also auch Zeit. Sie benötigt zwar meine Aufmerksamkeit wenn es um das Ausscheiden geht, aber dafür hängt sie mir nicht am Rockzipfel und braucht eins zu eins Betreuung den ganzen Tag.
Nein, denn ich habe nachts einen viel ruhigeren Schläfer, der sich nicht wälzt und dreht dadurch.

Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden, denn es spart einfach auch Zeit.
Zeit wunde Popos einzucremen und zu pflegen zum Beispiel. Wenn ich dran denke wie doll die Großen geweint haben, wenn Zähne kamen und der Po sehr wund war. Sie waren dann noch schlechter drauf als sowieso schon durch die durchbrechenden Zähne.
Und dann dieser ewige Kampf eine volle Windel zu wechseln. Der gesamte Intimbereich musste sauber gemacht werden. So ein Aufwand und oft gegen den Willen der Kinder.

Wer denkt das ist alles zu anstrengend, sollte auch dringend das Video von Nicola ansehen. Ich finde sie hat so schön erklärt, dass es sich lohnt Zeit und Mühe und Arbeit von Anfang an in das Kind zu investieren, weil es sich auszahlt.

Nicolas Energieerhaltungsatz

3 Gedanken zu “windelfrei

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s