Gastbeitrag: Entstehung von Marta und Piet

Meine liebe Cousine (Michi Ricks)hat ein Kinderbuch gezeichnet. Wie es dazu kam erzählt sie heute hier in meinem Blog.

Wenn ihr mehr über den neunmalklug Verlag wissen möchtet dann schaut mal hier.

Los geht’s:

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Zu der Geschichte von „Marta & Piet – eine Reise nach Kalkutta“ wurde ich durch ein Zitat von Ranga Yogeshwar inspiriert. Er erzählte in einem Interview, dass er zu seinem Vater sagte: „Wenn ich glücklich werde, indem ich Fahrräder in Kalkutta repariere, dann werde ich das tun – denn am Ende sollte man glücklich sein“.

Da ich zu der Zeit buchstäblich auf der Suche nach einer Fahrradmechaniker Ausbildung war und mir von einigen Seiten der Familie eingeredet wurde, dass ich durch mein Abitur ja auch ganz andere Berufe oder gar ein Studium ergreifen könne, setzte sich der Satz in meinem Kopf fest. Er wurde zu meinem Mantra und erinnerte mich stets daran, nach dem zu suchen, was ich von Herzen gerne machen möchte.

In meinem Freundeskreis und auch in der Familie sehe ich viele, die sich mit ihrem Job arrangiert haben. Ihr Mantra scheint zu sein „Einer muss ihn ja machen“. Dass sie dabei unglücklich sind und sich jeden Montag aufs neue 5 Tage motivieren müssen aufzustehen, scheint dabei der Lohn ihres sicheren Jobs zu sein. Oft höre ich von ihnen, dass sie ja keine Wahl hätten, schließlich müsse man Miete zahlen, Essen kaufen und überhaupt sei man einfach auf genau diese Arbeit angewiesen.
Je härter der Job, je weniger Schlaf und je mehr Aufopferung, desto angesehener scheint man in dieser Gesellschaft zu sein. Der Arbeitende tröstet sich dabei nicht selten mit Rechtfertigungen wie „dafür kann ich mir tolle Dinge kaufen, die mich glücklich machen, die ich mir ohne den Job nicht leisten könnte!“

Oft sind diese Glück-Kauf-Gefühle von kurzer Dauer, das siebte Paar Schuhe passt zwar wunderbar zum neuen Outfit, jedoch bleibt gar keine Zeit es einmal auszutragen – der Job ruft, man ist müde und gestresst….

So richtig interessant finde ich es, wenn es in dieser Konstellation Kinder gibt. Kinder bringen schließlich das wahre Glück und man möchte ihnen ja schließlich etwas bieten können. Einige Eltern greifen also auf ihr eigenes Muster zurück und überschütten die Kinder mit Spielzeug. Es soll ihnen schließlich an nichts fehlen, das sie glücklich macht – aus Dank, aus Liebe. Als Entschuldigung?

Doch ich glaube Kinder haben eine wunderbare Gabe – sie können sich ihr eigenes Glück schmieden. Sie erfinden Geschichten, erleben Abenteuer, versinken in ihrer eigenen Welt und machen nur die Dinge, die sie von Herzen gerne machen. Unbeschwert, unerwachsen, unerzogen.

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Das ist natürlich nur meine Beobachtung, selbst kinderlos, aber faszinierte Beobachterin von den Kindern der Freunde und der eigenen Nichte. Dabei kennt es doch fast jeder: Zu Weihnachten ist der Karton spannender als das neue Bobby Car. Kinder sind nicht von Geburt aus an materiellen Dingen interessiert. Wir lenken ihren Fokus darauf, oft aus Zeitmangel. Denn ein Tretauto ist schneller gekauft, als eine Geschichte um einen Baumstamm herum zu erfinden, der vielleicht eigentlich eine gelandete Rakete ist.

Bei „Marta & Piet – eine Reise nach Kalkutta“ stellt sich Marta an einem regnerischen Tag die Frage, welche Geschichten sie wohl mit ihrem Spielzeug erleben kann und welche Abenteuer es in der Natur zu entdecken gibt.

Ihr Kinderzimmer ist übersät mit allerlei Spielzeug, doch so richtig will ihr keine Idee kommen, was sie damit heute anfangen soll. Ihr Freund Piet, ein Kuscheltier-Hase, fliegt gerade über Martas Kopf hinweg. Da kommt Marta eine Idee und sie schnappt sich Piet und ihre Regenjacke. Sie will sich in der Welt umschauen, wo man das Glück finden kann.

Auf ihrer Reise lauschen Marta und Piet an Bäumen und hören ihnen beim Wachsen zu. Marta trifft auf eine alte Dame, die in einer kleinen unscheinbaren Hütte in den Wäldern lebt. Sie erzählt Marta eine Geschichte über das Glück und über Seemänner. Marta beschließt mit Piet einen Seemann aufzusuchen und mit ihm über das Glücklichsein zu sprechen.

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All das geschieht im ersten Teil der zweiteiligen Geschichte. Sie endet unverhofft am Meer, bevor Marta den Seemann trifft und soll den Kindern und Eltern den Raum und die Möglichkeit geben über das Glück zu sprechen. Bei unseren Vorlesungen in KiTas haben wir die tollsten und ehrlichsten Antworten und Fragen von Kindern gehört, die uns aus den Socken gehauen haben.

Der zweite Teil ist gerade in der Entstehungsphase und soll voraussichtlich im April erscheinen. Marta und Piet werden mit vielen Fragen im Gepäck auf den Seebären treffen und mit ihm über die Sterne, das Meer und natürlich auch über das Glück sprechen.
Ob der Seebär sie tatsächlich wie versprochen nach Kalkutta bringen wird, werdet ihr aber erst im Buch erfahren.

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