Meine Gedanken zu „Dein Alltag ist ihre Kindheit“

Der Satz kuriert gerade auf allen Kanälen. Er wird bei Facebook und Twitter geteilt und es werden Blogbeiträge und Videos dazu erstellt.

Ich muss mich nun auch mal äußern, denn der Satz hat was mit mir gemacht:

Er hat mich unter Druck gesetzt.

Ja er regt mich auch zum Nachdenken an, aber wenn ich länger darüber nachdenke, dann macht es mich wütend, denn wie soll ich bitte jeden Tag zu einem Abenteurer machen oder einen Ausflug organisieren (ja mit drei Kindern kann ein Ausflug Organisation erfordern)? Und wenn ich immer etwas auf die Beine stelle, wie verhindere ich denn, dass es alltäglich wird?

Meine Oma erinnert sich (gerne) an die vielen alltäglichen Arbeiten in ihrer Kindheit. An das Kochen, Nähen, Stricken und Tiere füttern. Sie hat mir zum Beispiel nicht viel davon erzählt, dass sie mit ihren Schwestern gespielt hat und was ihr natürlich besonders in Erinnerung geblieben ist, sind nächtliche Angst im Bunker. 😦

Wie hätte meine Uroma, Oma, Mutter denn den Alltag mit uns und unseren Vorfahren anders gestalten sollen?

Ich sage nicht, dass man darüber nicht nachdenken darf und was ändern soll, wenn man mag. Ich für mich, möchte nicht unter diesem Druck stehen. Ich liebe meine Kinder und natürlich möchte ich, dass sie sich gerne an ihre Kindheit erinnern. Ich denke dafür tue ich bereits mein Bestes und woran sie sich tatsächlich erinnern werden, das habe ich doch gar nicht in der Hand.

Das beste Beispiel dafür ist unser Ausflug in den Heide Park. Sie wissen, dass wir dort waren und es ist auch noch nicht sehr lange her, aber wenn sie darauf angesprochen werden, dann erzählen sie voller Feuer darüber, dass uns das Benzin ausgegangen ist kurz bevor wir zu Hause waren und wie aufregend das alles war mitten in der Nacht. 😀

Kein Wort über die Wildwasserbahn oder die Bobbahn oder irgendeine der anderen Attraktionen, der zwei Tage im Park, sondern das Ereignis danach auf dem Weg nach Hause hat sie am Meisten fasziniert. Ich habe also gar keinen wenig Einfluss auf die Erinnerung meiner Kinder, denn letzten Endes nehmen sie die Welt ganz anders war als ich.

Ich mache mich also nicht mehr verrückt. Ich versuche meinen Kindern eine gute Mama zu sein und nebenbei unseren Alltag zu meistern, aber das habe ich auch schon vor diesem besagten Satz gemacht und ich denke das machen alle so.

Nach bestem Wissen und Gewissen.

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