Windelfrei – was bedeutet das für uns

Ich habe vor einem halben Jahr schonmal über windelfrei berichet. Den Beitrag findet ihr hier.

So richtig begonnen haben wir mit windelfrei als die Jüngste drei Monate alt war. Ich habe ihr einfach keine Windeln mehr angezogen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich ein Gefühl dafür entwickelt wann sie pullern oder ihr großes Geschäft erledigen muss.

Es ist ein Auf und Ab wie mit vielen anderen Dingen auch, die Kinder betreffen. Es gibt gute und schlechte Tage und so ist es auch mit windelfrei bei den Kleinen.

Nun ist es mal wieder Zeit für ein Update zu dem Thema und ein vorläufiges Fazit.

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Die Jüngste ist nun 1,5 Jahre alt und ich kann an zwei Händen abzählen an denen sie eine Kake-Windel hatte seitdem wir angefangen haben. Dafür kann ich aber auch an zwei-drei-vier Händen abzählen wie oft ich das große Geschäft vom Fußboden aufwischen musste. 🙂 Das gehört leider auch dazu, aber ehrlich gesagt wische ich lieber den Fußboden als den Babypo.

Wir tragen zu Hause meist keine Windeln. Wenn ich gerade absolut keine Aufmerksamtkeit habe oder genervt bin und eine Pfütze auf dem Boden nicht noch zusätzlich gebrauchen kann, dann ziehe ich ihr eine Windel oder Trainerhose an. Unterwegs hat sie Windeln an. Ab und zu wenn ich ganz sicher bin, dass sie nicht muss, dann ist sie auch schon mal eine halbe Stunde ohne. 🙂 Jetzt im Sommer werde ich immer öfters auch auf diese Windel verzichten. So ist zumindest der Plan.

Das große Geschäft sagt sie nun schon seit Wochen sehr zuverlässig an. Sie geht auf den Topf. Ab und zu halte ich sie über der Toilette oder dem Waschbecken ab. Unterwegs halte ich sie an Bäumen oder über Toiletten ab. Außerdem habe ich einen kleinen Topf dabei, wenn es mal schnell gehen muss und keine schnelle Möglichkeit erreichbar ist.

In den letzten 2-3 Wochen klappt auch das kleine Geschäft immer zuverlässiger. Gerade heute hat sie mehrere Stunden gar nicht gepullert. Sie ist auch immer genauer mit ihrer Wahrnehmung und sagt immer öfters selbst an ohne, dass ich auf ihre Signale achten muss und sie geht auch ab und an einfach selbst auf den Topf.
Unsere Trefferquote beim großen Geschäft 99,9% und beim Pipi würde ich sagen 80-90%.

Nachts
Sie schläft immer ohne Windel. Wir schlafen auf wasserdichten Unterlagen mit Handtuch darüber. Inzwischen pullert sie nachts einmal 1-2 Stunden nach dem Einschlafen und dann manchmal zwischen 1 und 3 Uhr. Dann nicht mehr. Wenn sie allerdings diesen „Zwischenstop“ auslässt nachts, dann muss sie meist morgens zwischen 4 und 6 Uhr pullern.
Unsere Nächte gehen in der Regel von 19 bis 6 Uhr.

Mein Fazit
Ich würde immer wieder windelfrei probieren und kann es nur jedem empfehlen. Ich finde, dass es unheimlich die Beziehung zum Kind entspannt und auch die Kommunikation nochmal um ein Level steigert. Aber ich kann natürlich auch nicht vergleichen wie es ohne gewesen wäre mit der Jüngsten. Ich habe nur den Vergleich zu den Großen und oft denke ich, dass ich es mit ihnen noch intensiver hätte versuchen sollen. Es hätte mir viel Ärger mit Windel wechseln und Trocken werden erspart und vielleicht die Beziehung und Kommunikation noch verbessert… aber darüber zu spekulieren macht natürlich keinen Sinn.

Mein Tipp für den Start mit windelfrei

  • Lasst einfach die Windel weg. Eine Stunde, einen Vormittag/Nachmittag, einen Tag. Was für Euch passt. Gerade jetzt in den wärmeren Jahreszeiten ist es einfacher. Wenn ihr einen Garten habt, dann einfach unten ohne nach draußen.
  • Gute Zeiten zum Abhalten bzw. auf den Topf setzen sind immer nach dem Schlafen z.B. morgens oder nach dem Mittagschlaf.
  • Dann natürlich beliebt nach dem Stillen bzw. dem Essen/Trinken oder auch währenddessen. Bei uns ist es so, dass sie auf einmal aufsteht und sich am Tisch hinstellt und etwas unruhig ist und nicht mehr sehr interessiert am Essen obwohl sie bis dahin mit Appetit gegessen hat. Dann ist ein guter Zeitpunkt sie mal auf den Topf zu setzen.
  • Ein weitere Tipp ist das Tragen. Wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal muss und sie aber alle Versuche sie Abzuhalten oder auf den Topf zu setzen ablehnt, dann trage ich sie eine Weile im Tuch, in der Trage oder auf dem Arm. Entweder sie wird irgendwann auf meinem Arm unruhig oder nach einer kleinen Weile setze ich sie nochmal auf den Topf. Dann läuft es dann meistens.
  • Hört auf Euer Gefühl. Meistens wenn ich denke sie muss bestimmt mal, dann ist das auch so. Wenn ich dann nicht gleich Zeit habe zu reagieren, dann pullert sie mir auf den Fuss. 🙂
  • Inzwischen kommt sie auch einfach oft zu mir gelaufen und jammert ein bisschen. Manchmal schnalle ich dann, dass sie muss oder ich denke „Jaja, ich nehme dich ja gleich hoch.“ und dann ist mein Fuss nass. 🙂

Und noch was: Sucht Euch Gleichgesinnte. Bei den Rabeneltern gibt es im Forum einen windelfrei-Thread. Es gibt eine Facebook Gruppe und in Berlin gibt es auch ein regelmäßiges Treffen von Einfach Klein zum Beispiel.

Hier noch ein paar Links zum Thema:
Facebook Gruppe zum Thema
abhala – Der Abhalte-Laden

123windelfrei-Blog
Hebammenblog
Babys ohne Windeln
windelfrei.at – FAQ
windelfrei.unerzogen.de

2 Gedanken zu “Windelfrei – was bedeutet das für uns

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