1. Anekdote

Ich komme zu meinen Babys und Kind 2, die Kleinere mit knapp 1.500 Gramm geboren, weint im Brutkasten. Ich versuche sie zu trösten mit Worten und durch die zwei Löcher in dem Kasten, die die einzige körperliche Verbindung zu ihr ermöglichen. Sie weint weiter. 

Eine Schwester kommt gerade in den Raum und ich bitte sie mir das Baby zu geben. Leider meint sie, sie hätte dafür jetzt keine Zeit und beschließt stattdessen meiner Kleinen einen Tropfen Glukose zu geben. Das Wundermittel, das alle bekommen, wenn sie still sein sollen. Ein bisschen Zuckerwasser. Wer mich kennt, weiß dass das in vieler Hinsicht nicht meine Wunschlösung ist und leider hilft es auch überhaupt nichts einem inzwischen brüllendem Kind Flüssigkeit in den Mund zu tropfen. Meine Kleine verschluckt sich so sehr daran, dass sie es kaum noch hinbekommt zu atmen. Nun muss die Schwester meinem Kind wieder zum Atmen verhelfen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen wie schrecklich hilflos man daneben steht und das alles mitansehen und ertragen muss. Ich frage mich oft was ich hätte anders machen können oder sollen, aber ich sehe keine Alternative.

Die Schwester hatte eben keine Zeit den Kasten zu öffnen und mir das Kind zu geben. Leider musste sie sich nun aber doch Zeit nehmen, denn ihre zeitsparendere Methode hat nicht funktioniert. Im Gegenteil. Meine Variante hätte etwa 5 Minuten ihrer Zeit gekostet. Wenn überhaupt. Stattdessen war sie nun etwa 10 Minuten mit meinem Mini-Baby beschäftigt, das nun kaum noch atmen konnte.

Es war sehr traurig. Danach war sie weg und ich weiterhin von meinem Baby getrennt. Ich weiß nicht mehr was ich danach gemacht habe. Vielleicht mein Baby gestreichelt und still geweint? Wie so oft an den Brutkästen meiner Mädchen…

Hier findet ihr die anderen Anekdoten.

5 Gedanken zu “1. Anekdote

  1. Leider ist man gerade in einer solchen Situation selbst ebenso zerbrechlich, dass man nicht die Stärke aufbringt, Widerstand zu leisten. Zumal man vertraut und hofft, dass gerade die diese Experten helfen und nicht selten geschieht alles auch einfach zu schnell, um es angemessen hinterfragen und entsprechend reagieren zu können.

    Danke für diesen Beitrag!

    LG Jessi

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