Erziehung oder nicht-Erziehung

Das ist hier die Frage.

Als meine Mädchen noch klein waren, war alles viel klarer als heute.

  • Ich hab sie gestillt, weil das eben das Beste für sie war. 
  • Ich hab sie getragen und familiengebettet, weil ihnen und mir das am angenehmsten war.
  • Ich hab ihnen Zeit gelassen beim Umstellen auf feste Nahrung (über ein Jahr Zwilinge fast voll zu stillen ist eine Leistung)
  • Wir haben sie einfach aufwachsen lassen. Nicht gezogen und gedrängelt. Nicht erzogen.

Zumindest hatten wir das Gefühl, dass wir nicht erziehen. Und trotzdem waren sie keine Tyrannen oder zumindest kamen sie mir nie so vor.

Nun sind die Großen acht Jahre alt und ich merke, dass es schwieriger wird. Ich habe auch den direkten Vergleich zu der Jüngsten bei der ich eben alles genauso mache und sie es genauso genießt. Bei ihr kam sogar noch das windelfrei-Thema dazu, was meiner Meinung nach dazu geführt hat, dass sie ein noch entspannteres Kind ist, als sie es eh schon war (und auch entspannter als ihre Schwestern).

Ich kann also sehr gut sehen wie wenig „Erziehung“ es braucht für eine 2-jährige und dann wird es auch schon schwierig. Die Großen machen hier etwas mehr „Arbeit“. Man muss sich genau überlegen wie es weiter geht. Ich habe viel mehr Interaktion und Gespräche mit den Großen und längst ist mir der Weg den ich gehen muss nicht mehr klar.

Ich meine das war er mit ihnen noch nie, denn sie sind meine ersten Kinder. Alles was ich mit ihnen als Mutter durchlaufe/durchlebe, das mache ich zum ersten Mal. Es war so viel klarer und einfacher als sie klein waren und es für mich klar war, dass ich sie eben stille und trage und ihre Bedürfnisse erfülle.

Ich kann euch sagen. Es ist nicht immer einfach die Bedürfnisse einer wütenden 8-jährigen zu erkennen. Kann ihr ja schlecht meine Brust zum Trösten anbieten. 😀

Es bleibt spannend. Und während ich natürlich weiter versuche meinem Bauch zu vertrauen und meinen Weg mit ihnen zu gehen, so merke ich doch, dass der Weg nicht immer einfach ist und ich sehe viele Fehler, die ich so mache. Die Kinder halten mir ja immer den Spiegel vor.

Manchmal wäre es schön zu hören, dass man sie nur eine halbe Stunde im Tuch zu Tragen braucht, wenn sie ihre Hausaufgaben nicht machen wollen und weinend in ihrem Zimmer sitzen. 😄

Das geht natürlich nicht und es hat ja auch niemand gesagt, dass es leicht wird. Diese Reise mit den Kindern ist ein Abenteuer. Manchmal bringt es einen zum Lachen, manchmal zum Weinen und manchmal zur Weißglut.

Ich bin gespannt wie es weiter geht und was sie als Erwachsene mal über ihre Kindheit denken werden.

6 Gedanken zu “Erziehung oder nicht-Erziehung

  1. Das schöne am Spiegelvorhalten ist es ja, dass man seine eigenen Schwächen erkennen kann, wenn das eigene Verhalten gespiegelt wird. Man kann merken, wie es auf einen wirkt und wie man selbst wirkt auf andere. Sieh es als Leitfaden 😉 …

    Liebe Grüße
    Mother Birth

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    • Jap. Wenn es nur so einfach wäre. 😉 Meistens sind ja die gespiegelten Charaktereigenschaften, die man wenig an sich selber mag. 🙄 Es ist schwer weniger mit sich selbst ins Gericht zu gehen (und auch nicht mit dem Kind).
      Mein innerer Richter ist leider sehr streng. 😢 Mit mir und dadurch auch mit den Kindern.
      Es zu wissen ist das eine, es anders umzusetzen als jahrelang eingeübt, das Andere. 😔

      Danke für Deinen Kommentar. 😘

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  2. J schreibt:

    Ich lese immer wieder gern auf dem Blog „Die Physik von Beziehungen“. Der hilft mir, vieles entspannter zu sehen, eigene Unsicherheiten zu hinterfragen und abzulegen. Nun ist mein Modell Kind mit seinen anderthalb Jahren ja noch weit von deinen komplexeren Präpubertierenden entfernt – aber vielleicht ist das ja was für dich.

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    • Ja ich hab den Blog auch im Abo. Habe auch schon viel Gutes gelesen z.B. „Das kompetente Kind“ usw.

      Leider reicht die Theorie nicht immer. Es fällt schwer die eigene (vielleicht schwere) Kinderheit hinter sich zu lassen je größer die Kinder werden.
      Zumindest meine Erfahrung.

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      • J schreibt:

        Ja, es ist ein Prozess. Mal sehen, wie das bei uns laufen wird. Auf jeden Fall ist es doch schon ein enormer Schritt, sich darüber so viele Gedanken zu machen und immer wieder zu reflektieren.

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