Nachts abstillen 

Das nächtliche Abstillen der Jüngsten kam etwas schleichend. Ganz anders als bei den Großen (Zwillinge), die ich von einem Tag auf den anderen nicht mehr stillen wollte. Das war aber auch ein langer Prozess dahin. Sie waren beide sehr schlechte Schläferinnen und ich war einfach fix und fertig. Sie nachts abzustillen war die letzte Chance, die ich sah. Sie waren aber auch schon 20 Monate alt und ich hatte bis dahin kaum eine Nacht mehr als 2 Stunden am Stück geschlafen.

Es reichte und ich hatte eine innere Haltung dazu eingenommen, die ich vorher noch nicht hatte. Ich wollte nachts nicht mehr stillen. Ich sagte den Zwillingen, dass die Milch nachts schläft und erst wieder da ist, wenn es hell wird. Sie waren sehr traurig und wütend. Ich tröstete und bot als Alternative Wasser an. Sie haben trotzdem sehr viel geweint. Ich blieb hart. Ich wollte nicht mehr. Ließ mich nicht erweichen. Diesmal nicht.

Es war eine schwere Nacht. Jedes Mal wenn sie aufwachten weinten sie bitterlich und je müder sie waren umso schlimmer ihr Klagelied. Ich blieb bei ihnen und tröstete so gut es ging aber eben ohne ihre geliebte „Mi“. Es dauerte zwei Nächte, dann war es ausgestanden. Sie waren sehr erleichtert, dass wir tagsüber noch stillten. Das merkte ich. Die Frequenz tagsüber stieg leicht an, was mich aber nicht störte. Nachts war dafür nach den zwei schrecklich traurigen Nächten dann endlich Ruhe. Sie schliefen durch. Endlich. Nach 20 Monaten keiner ruhigen Nacht konnten wir endlich durchschlafen.

Trotzdem bleibt bis heute ein kleiner Nachgeschmack von Traurigkeit bei mir, weil ich es ihnen aufgezwungen habe, auch wenn mein Kopf mir sagt, dass es keine andere Möglichkeit mehr gab.

Bei der Jüngsten war ich etwas entspannter. Sie war ja auch nur ein Kind und wechselte sich mit keinem Geschwisterchen ab. Sie war auch ein schlechter Schläfer. Gerne immer mal wach zum pullern und stillen. Ich habe über unsere Nächte bereits ein paar Mal gebloggt.

Irgendwann wollte ich abends gerne mal wieder ein Glas Wein trinken und weil ich nie sicher sein konnte wann sie das nächste Mal aufwachte verschob es sich immer wieder. Ich wollte mindestens eine Stunde Zeit vergehen lassen zwischen dem Wein und dem nächsten Stillen.

Als sie etwas über eine Jahr alt war begann ich sie immer wieder auch anders zu trösten. Ich wollte ihr zeigen, dass nicht nur meine Brust eine gute Einschlafhilfe seien kann. Das war eine ganze Weile nicht sehr erfolgreich, aber immer öfters funktionierte es. Ich begann auch nachts (nicht nur abends bevor ich ins Bett ging) sie anders zu trösten.

Je mehr ich es wollte, desto besser klappte es. So kam es, dass ich beschloss abends ab und zu ein Glas Wein zu trinken und ihr dann die Brust zu verweigern und sie anders zu trösten. Natürlich nicht jeden Abend und es klappte immer öfters auch so.

Langsam schlich sich das neue Ritual ein und es wurde immer besser. Die Schlaf-Abstände verlängerten sich bis sie nur noch zum Pullern wach wurde und sich gut ohne Brust abhalten ließ und dann weiter schlief.

Inzwischen wird sie abends einmal wach zum Pullern und nachts manchmal nochmal. Sie ist ja schon eine Weile trocken (mit Unfällen hin und wieder).

Das nächtliche Abstillen kam also schleichend über etwa ein Jahr und ich musste mit ihr keine Hauruck Aktion starten wie bei den Großen. Bis auf das nächtliche Pullern schläft die Jüngste durch von abends ca. 20 Uhr bis morgens um 6-6.30 Uhr.

Tagsüber stillen wir noch morgens, mittags, abends und auch mal zwischendurch. Mal sehen wie lange noch…

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