Unsere Probleme mit dem Hort

Unsere Schule ist keine Ganztagsschule so besteht nach dem Unterricht die Möglichkeit der Hortbetreuung in einer (von der Schule unabhängigen) Einrichtung.

So weit, so gut.

Quelle: pixabay.com

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Der Hort hat mir von Anfang an nicht wirklich zugesagt. Daraus habe ich kein großes Geheimnis gemacht. Die Mädchen sind trotzdem gerne hingegangen. Die Erzieherin ihrer Gruppe ist nett und das Außengelände sehr schön, wie ich finde. Das Gebäude hat etwas gelitten unter dem Zahn der Zeit.

Nun bin ich schon speziell was das Essen angeht, aber ich bin nicht unrealistisch und erwarte vollwertige (wohlmöglich Rohkost) Ernährung meiner Kinder im Hort. Meine Erwartungen habe ich schon deutlich runtergeschraubt. Bio wäre schön, aber auch das erwarte ich nicht mal. Was ich aber schon erwarte ist wenigstens die Möglichkeit vegetarisch (nicht mal vegan) zu essen, wenn man das will. Bei zwei Essen zur Auswahl finde ich das auch nicht zu viel verlangt sondern zeitgemäß… Das gibt es dort leider nicht. Zumindest nicht jeden Tag. Im Gegenteil. Es gibt so gut wie jeden Tag Fleisch. Ab und zu mal ein vegetarisches Gericht und oft ist das dann süß (Milchreis und Co).
Nun gut. Damit haben wir uns halbwegs arrangiert bis Weihnachten ungefähr. Dann habe ich gesagt sie essen jetzt nicht mehr mit. Beide Mädchen bekamen plötzlich juckenden Ausschlag im Gesicht genauer gesagt am Kinn. Kind1 bekam sogar eine sichtbare Flechte (oder sowas). Immer öfters jammerten sie über den Juckreiz. Also meldete ich sie fast komplett vom Essen ab und gab ihnen von da an immer öfters selbst was mit. Stullen oder Salat. Der Juckreiz besserte sich. Ende Januar wollten wir es mit dem Essen wieder versuchen… dasselbe Spiel.
Der Frust meines Mannes und mir stieg dann auch noch, weil sich die Gerichte alle paar Wochen wiederholten (und an Einfallslosigkeit nicht mehr zu übertreffen waren). Es gipfelte darin, dass auf einem Essensplan Truthahnleber oder auch mal Sülze mit Remouladensauce erschien… Ab da war dann das Essen komplett gestrichen für unsere Töchter. Mal ehrlich, ich erwarte nicht, dass es den Kindern immer schmecken muss und ich erwarte nicht, dass sie immer vegetarisch essen, aber Truthahnleber und Sülze? Wie hoch ist wohl der Prozentsatz der Kinder, die das gerne essen?

Also das Essen war für uns gestorben.

Die Erzieherin hat sich wirklich Mühe gegeben, aber sie hat eben auch nur begrenzte Möglichkeiten, wenn sie sich alleine um 25 Kinder kümmert.
Die Mädchen beschwerten sich immer öfters bei mir, dass ihnen große Jungs weh getan hatten. Gerne ist der Rat der Erzieher dann auch mal gewesen: „Dann musst Du zurückhauen/treten!“…
Auch der Umgangston hier zu Hause wurde etwas rauer… Es gefiel mir nicht. Mein Unmut stieg und stieg. Ich überlegte bereits was Alternativen sein könnten. Eigenen Hort gründen. Kinder Abmelden. Anderen Hort suchen.

Jedenfalls kamen sie dann einen Tag aus dem Hort etwas betrübt und sagten mir, dass sie morgen nicht in den Hort wollen (sie wollen sonst immer gerne hin). Sie erzählten dann, dass ein anderer Erzieher in der Gruppe ist, weil ihre Erzieherin nicht da ist.
Ich fragte sie warum das schlimm ist und ihre Antwort darauf war: „Herr Schneider (Name geändert) ist netter zu den Mädchen als zu den Jungs.“

In meinem Kopf gingen alle Alarmglocken an. Ich meine was ist so schlimm daran, wenn er doch nett ist zu den Mädchen? Sie hätten ja auch sagen können: „Herr Schneider ist nicht so nett zu den Jungs.“
Das war dann noch das i-Tüpfelchen und ich habe die Kündigung des Betreuungsvertrages geschrieben. Nun organisieren wir die Betreuung auf unsere Weise. Ich fühle mich mit der Entscheidung sehr wohl. Ich muss da auf mein Bauchgefühl hören.

Ein Nachtrag an dieser Stelle, weil ich jetzt auch immer öfters regional besucht werde:
Die Elternvertretung hat mit mir zusammen mit den Mädchen gesprochen um behutsam das letzte beschriebene Problem nochmal zu klären und ich bin nun erleichtert berichten zu können, dass es tatsächlich nur so war, wie sie es gesagt haben. Der Erzieher war „nur“ etwas grober und lauter zu den Jungs. Das hat mich sehr beruhigt, aber nichts an meiner Einstellung zum Hort geändert und bisher fahren wir damit sehr gut.

5 Gedanken zu “Unsere Probleme mit dem Hort

  1. emmaundlukas schreibt:

    Oh, da würden auch bei mir gleich die Alarmglocken angehen. Kann deinen Entschluss absolut nachvollziehen. Bei meinem Großen im Hort läuft auch nicht alles so rund. Und wie auch bei dir, ist der Speiseplan totaler Mist. Montags immer Nudeln und auch sonst irgendwie ständig das Gleiche. Und auch viele Kinderuntypische Gerichte.
    Liebe Grüße, Heike

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Heike.
      Ich weiß von Freunden, dass es durchaus auch anders geht mit dem Mittagstisch. 😦 Ich bin da einfach sehr unglücklich mit.
      Aber ich glaube auch gerne, dass es bei vielen auch so schlimm ist wie bei uns.
      Nun ist es ja vorbei. Vielleicht findet sich noch eine andere Betreuungslösung aber erstmal sind sie mit mir zu Hause und ab Ende des Jahres müssen die Omas mit ran.

      Gefällt 1 Person

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