Grottenschlechtes Puppentheater

Gut ich übertreibe vielleicht ein wenig, aber bildet Euch selbst eine Meinung…

Ich war diese Woche mit den Mädchen im Puppentheater. Hauptsächlich habe ich es für die Jüngste gemacht, denn sie mag Rabe Socke so gerne. Für uns Vier habe ich stolze 28€ bezahlt trotz Gutschein, der uns 4€ gespart hat.

Popcorn und allerhand Süßigkeiten hätten wir auch noch kaufen dürfen. Nicht dass ich die Absicht gehabt hätte, aber mein Geld war sowieso alle.

So warteten wir auf den Beginn. Ich hinten an der Seite. Die Mädchen vorn in der zweiten Reihe. Es war ziemlich laut. Ich fand es hinten schon sehr laut und dann kamen noch die schreienden Kinder dazu. Nach etwa der Hälfte der Zeit kam Kind 2 zu mir nach hinten, weil es ihr zu laut war. Ich habe nicht schlecht gestaunt, denn oft habe ich das Gefühl, dass es ihnen gar nicht laut genug seien kann, aber offenbar war hier auch ihre Grenze erreicht.

Die Geschichte fand ich echt platt. Der Rabe sucht mit seinem Freund zusammen einen Schatz. Sie laufen durch den Wald. Laufen. Laufen. Laufen. Sind müde. Schlafen. Räuber kommt. Klaut die Schatzkarte. Sie laufen dem Räuber hinterher. Klauen ihm die Schatzkarte. Räuber fängt Rabe Socke und seinen Freund Eddy. (Hier fangen mehrere Kinder laut an zu weinen. Die leise Weinenden habe ich nicht mitbekommen.) Dann suchen sie alle gemeinsam den Schatz und teilen dann auch die Goldmünzen mit den Kindern. Geschichte zu Ende.

Wer den Rabe Socke nicht kennt, der sollte wissen, dass er kess und etwas frech ist. Er hat eine Lieblingsmurmel und ihm ist seine eine Socke sehr wichtig. Nun kann man sich über ihn streiten, aber die dargestellte Geschichte ist einfach nur wenig kreativ gewesen in meinen Augen. Ich finde man hätte daraus eine wunderbare Geschichte über Freunde machen können. Gerne auch ohne bösen Räuber…

Warum müssen manche Puppentheater immer nach Kasperle-Art gespielt werden? Ich finde die Figur des Raben hat so viel Potential… schade, dass es ungenutzt blieb.

Das ist aber noch nicht das Schlimmste gewesen an dem Stück. Am nervigsten fand ich den „erhobenen Zeigefinger“ des Puppentheaterstückes.

„Kinder, ihr wisst aber, dass man nicht alleine in den (bösen bösen) Wald gehen darf!“ „Teilt ihr auch alle immer schön mit allen so wie ich (der Räuber)?“ „Seht ihr? Ich (der Räuber) bin am Ende ganz lieb geworden. Aus bösen Menschen können auch liebe werden.“ usw.

Es hätte noch gefehlt, dass sie sagen „Messer, Gabel, Schere, Licht. Sind für kleine Kinder nicht.“ Ich finde solche Sätze total daneben und ich fand es überhaupt nicht zeitgemäß. Unglaublich denn junge Leute haben das Stück gespielt. Ich bin echt enttäuscht gewesen.

Die Großen fanden es auch nicht so doll. Die Jüngste war begeistert. Das ist schön und ein kleiner Trost. Trotzdem werde ich sie unbedingt demnächst zu einem schönen Puppentheater mitnehmen.

Ich kann Euch übrigens sehr das Puppentheaterfest im FEZ Berlin empfehlen. Ich habe da bisher nur schöne Stücke gesehen und das lohnt sich dann auch sehr für das Geld. Das Fest ist immer im November jedes Jahr.

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