„Auweia ist Dein Ranzen schwer!“

Solche Sätze oder auch: 

  • Da hebt man sich ja einen Bruch.
  • Du machst Dir Deinen Rücken kaputt.
  • Was die heute von den kleinen Kinderrücken verlangen.

Mich regen solche Sätze auf. Ich versuche dagegen zu steuern, aber es nützt nichts. Sobald ich auch nur einen Kommentar dazu mache, artet die Diskussion meistens aus.

Warum regt mich das auf?

Solche Sätze demoralisieren meine Kinder. Ihr Ranzen kommt ihnen dadurch nur noch schwerer vor. Ich sage ja auch keinem Marathonläufer vor dem Lauf: „Auweia. 42 Kilometer. Das ist ja sehr weit. Bist Du sicher, dass Du das schaffst?“ Und der hat dann noch tatsächlich die Wahl es zu lassen. Aber was haben denn meine Kinder für eine Wahl in dem Moment? Sie gucken mich dann flehend an, dass ich sie doch erlösen muss…

Was sollen unsere Kinder (oder wir) an der Last des Ranzen ändern? Er ist nunmal so schwer wie er ist. 

Natürlich ist er schwer. Zu schwer. Ich habe einen guten Ranzen gekauft für meine Mädels. Einen möglichst leichten Ranzen und dennoch wird er gefüllt und bringt auch ein Eigengewicht mit. Ich kann darüber streiten, ob es nötig ist so viele Bücher und Hefte mit nach Hause zu nehmen. Und ob Hausaufgaben überhaupt nötig sind, wird auch oft diskutiert. Aber es ändert überhaupt nichts daran, dass mein Kind seinen Ranzen in dem Moment aufsetzen muss. Und ich kann auch nicht immer zwei Ranzen tragen. Erst recht nicht, wenn ich noch ein drittes (lauffaules) Kind dabei habe.

Ich weiß nicht, wie die Last des Ranzens sich auf den Rücken meiner Mädchen auswirken wird. Langfristig. Ich weiß aber dass solche Kommentare, kurz bevor das Kind den Ranzen aufsetzen muss, bedeuten, dass sie denkt sie hat einen Hinkelstein auf dem Rücken.

Ich finde es unmöglich und würde mir wirklich wünschen, dass das aufhört! 


An alle: Bitte lasst das und führt solche Diskussionen an anderer Stelle…

Ein Gedanke zu “„Auweia ist Dein Ranzen schwer!“

  1. Hallo liebe Mamanatur, ich habe jetzt ein paar Tage über diesen Blogeintrag nachgedacht und mir brennt es doch auf der Seele, mal meinen Kommentar dazu abzugeben. Auch wenn du dich darüber ärgerst, dass es immer Diskussionen gibt, wenn du solche Sprüche „anprangerst“. 😉
    Also ich finde auch, dass die Schulrucksäcke zu schwer sind und ich weiß auch, dass ich es kaum ändern kann, aber ist es nicht meine Pflicht, dem Kind zu reflektieren, dass sein Gefühl in dem Moment richtig ist, das Ding ist schwer und das Kind fühlt es auch. Ich würde sogar sagen, dass es sogar falsch ist, dem Kind nicht klar zu machen, dass sein Gefühl stimmt, das Ding ist schwer und ja es ist ok, wenn es dich nervt.
    Das gleiche denke ich übrigens auch bei Hausaufgaben, ich finde oft, dass es zuviel Hausaufgaben sind und das sage ich auch, ich sage aber auch, dass man manche Sachen tun muss, auch ich habe nicht immer Lust mich noch abends an den Rechner zu setzen, um zu arbeiten, aber Pflicht ist Pflicht, doof finden kann man es trotzdem.

    Lange Rede, kurzer Sinn, ich sage meinen Kindern, was ich denke, um Ihnen zu zeigen, dass ihre Gefühle richtig sind. Wenn ich mir vorstelle, dass ich etwas anheben möchte, was schwer ist, mein Mann kommt und es dann banalisiert, dann finde ich es nicht leichter, sondern fühle mich nur schwächer.

    Aber ein Drama muss man auch nicht draus machen, das mache ich auch ganz deutlich.

    Lieben Gruß

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