2. Anekdote

Entschuldigt, wenn die Geschichten hier unsortiert sind. Ich weiß nicht mal ob sie in meiner Erinnerung in eine richtige Reihenfolge zu bringen wären… Nach gestern, heute mal was Erfreuliches:

Wir sind schon über zwei Wochen im Krankenhaus und es stellt sich langsam Routine ein. Wickeln, Füttern, Schmusen/Schlafen. Bei jedem Wickeln wird Temperatur gemessen. Es dauert übrigens lange bis ich mir das zu Hause endlich abgewöhne. Aber zurück zum Tag meiner Erinnerung. 

In meiner Erinnerung ist es ein sonniger Tag. Alles ist hell. Kind 1, die Größere von Beiden, ist wach und ich versuche mal wieder sie zu stillen. Ganz alleine ohne Hilfe der Schwestern. Die „Hilfe“ ist sicher lieb und sinnvoll gemeint, aber es verunsichert mich eher, wenn jemand ständig hilft meine Brust in das Kind zu bekommen. Ich versuche es selbst so wie ich es gezeigt bekommen habe und das Wunder geschieht: Nach so langer Zeit hier im Krankenhaus (ja es fühlt sich wie eine elend lange Ewigkeit an) dockt sie an. Sie saugt und zieht. Eine gute Mahlzeit. Es ist ein unglaubliches Gefühl. Ich bin voller Liebe und Stolz und Erleichterung und Erlösung und befreit. Ja alles das. Es gibt mir Kraft es weiter zu versuchen und nicht aufzugeben. Es fühlt sich auch so richtig an. Diese unglaubliche Nähe zu meinem Kind. Es ist ein toller Moment.

Er wird etwas getrübt, durch den Auftritt der Schwester, die mich fragt ob ich das Kind vorher gewogen habe. Nein. Ich wollte einfach mal gucken ob sie stillen mag. Hätte nicht damit gerechnet, dass sie eine Mahlzeit trinkt.

Na toll nun wissen wir nicht wieviel sie getrunken hat… oh Gott oh Gott. Es kann nicht in das Heft eingetragen werden und nicht kontrolliert werden was das Kind zu sich nimmt. 😱😱😱

Sie schafft es trotzdem nicht mir meine unglaubliche Freude zu nehmen. Ich muss gleich raus und rufe meinen Mann an. Schöner Tag! Es muss kurz vor’m Verlassen der Klinik sein 2-3 Tage vorher. Zumindest ist mir so.

Hier findet ihr die anderen Anekdoten.

Welt-Frühgeborenen-Tag

Meine Zwillinge waren Frühchen. Sieben Wochen und einen Tag sind sie zu früh zur Welt gekommen. Ich habe hier schon über Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett berichtet, aber über die Gefühle habe ich noch nicht richtig gesprochen und das fällt mir auch immernoch sehr schwer.

Ich hatte das „Glück“, dass ich wusste, dass meine Kinder Frühgeborene seien werden. Sehr früh in der Schwangerschaft zeichnete sich ab, dass wir nicht bis zum Ende der Schwangerschaft aushalten werden und so konnte ich mich im Vorfeld mit dem Gedanken anfreunden beschäftigen und vor allem mich belesen.

Ich lass eine Broschüre über das Stillen von Frühchen von der LLL. Ich habe sie später dann einer anderen betroffenen Mutter weitergegeben. Außerdem habe ich ein Buch gelesen, das mich sehr gut vorbereitet hat. Es hat mich einerseits traurig gestimmt, aber andererseits auch stark gemacht gegenüber Schwestern, Ärzten und Krankenhaus und für meine Babys.
Dabei hatten wir schon ein sehr gutes Krankenhaus, das kann ich jetzt mit Abstand zum Erlebten schon sagen.

Das Buch hat den Titel „Frühgeborene brauchen Liebe: Was Eltern für ihr ‚Frühchen‘ tun können“ von Kornelia Strobel (ISBN 978-3466341924).

Mehr wollte ich heute nicht mit Euch teilen. Ich merke, dass das Thema mich immernoch bewegt, obwohl es schon 8 Jahre her ist.

Ab morgen will ich ein paar Erinnerungen aus dem Krankenhaus teilen.