Geburtsbericht von Frau G

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Frau G, eine liebe Freundin von mir. Ihren Blog findet ihr hier.

Als unsere Tochter in unser Leben trat

Ein Jahr ist es nun fast her als unsere Tochter das (furchtbar grelle) Licht der Welt erblickt hat… Die Welt blieb stehen und dreht sich seit dem in einem anderen Tempo weiter.

Alles begann am 08.04.14 dem errechneten Geburtstermin. Um 10h hatte ich im Krankenhaus meinen Termin für das routinemäßige CTG. Ich parkte und watschelte rüber. Das CTG war absolut unauffällig und beim Ultraschall sah man, dass das Fruchtwasser nun langsam zurückgeht. Wieder kommen sollte ich am Freitag (den 11.) Falls sich bis dahin nichts von allein tut.

Also ging ich happy und gut gelaunt zurück zum Auto, wo mich der Schlag traf. Mein ippAuto war komplett zerstört. Man hatte mich im geparkten Zustand unter einen vor mir geparkten LKW geschoben. Hinten und vorne alles hin. Doch wirklich schlimm wurde es für mich als ich las wann der Unfall passiert war. .. Er ereignete sich genau 5min nachdem ich das Auto verlassen hatte. Mein Kopf fuhr Achterbahn. Mir war heiß und kalt und mir wurde ziemlich übel. Mein Mann holte mich dann kurzerhand ab und fertig vom Erlebten und dem Kopfkino des Tages ging ich um 20h zu Bett.

Um 0.30h wurde ich von meinen mir nun schon bekannten Darmkrämpfen geweckt. Ich kenne das schon, da ich sie Zeit meines Lebens unter der Periode hatte. Nun in den letzten Wochen der Schwangerschaft hatte ich sie auch ständig. Die Krämpfe sind sehr unangenehm, weil man einfach nichts dagegen machen kann. Ich vermutete dass der Zwerg sich nachts immer dreht und es deshalb weh tut. Wird ja schließlich immer enger.

Also bin ich aufgestanden auf Toilette Flur auf Flur ab. Hm diesmal sind die Schmerzen heftig – weiter schlafen wie sonst wird schwer. Also den Mann wecken. Er sagte ich solle doch diesmal ein Buscopan Zäpfchen nehmen, das sei schließlich erlaubt (er hatte gut zugehört im Geburtsvorbereitungskurs) Ok dachte ich, ich muss ja irgendwie schlafen. Als ich dann auf Toilette war, fiel es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Die Schmerzen waren rhythmisch… Ich wollte noch keine Pferde scheu machen, deshalb hab ich mir mein Handy geschnappt und die Wehenschreiber App gestartet. Hm alle 3 min… Sollten wir da nicht langsam ins Krankenhaus. Und als ich das so dachte spürte ich plötzlich, dass mein Körper den natürlichen Reinigungsprozess startet. Und da war dann auch wirklich klar, es geht los. Ich schleppte mich – 2 Wehen veratmend ins Schlafzimmer und sagte meinem Mann, dass es losgeht. Erst war er unsicher aber als er mich sah, war ihm alles klar. Dann ging es schnell. Tasche geschnappt, angezogen und irgendwie die Treppe runter.

Während mein Mann das Auto aus der Garage holte, umarmte ich noch den Baum vor unserer Tür und dann ging es los. Im Krankenhaus angekommen war es 1.30h und die Wehenabstände bereits bei 2 min. Ab dem Moment war ich überfordert. Und dieses Gefühl ließ mich irgendwie eine ganze Weile nicht los. Wo war die von allem beschriebene Eröffnungsphase mit Abständen von 10 min zum Gewöhnen an den Schmerz? Wo waren die Rücken und Oberbauchschmerzen? Wieso kann ich nicht mehr laufen und kann den Schmerz nicht kontrollieren? Wer mich kennt weiß, dass ich sehr schmerzunempfindlich bin und eine ganze Menge locker aushalte. Warum bin ich dann auf einmal so überfordert. Das war vermutlich auch das Schlimmste für meinen Mann, der damit auch so gar nicht gerechnet hat.

Gut wir sind also ins Vorwehenzimmer, dort nahm die Hebamme den Befund (7 cm bei Ankunft) und hing mich ans CTG. Nach ca. 20 min kam sie wieder und bettete mich in den Kreißsaal um. Die Wehen hatten kaum noch Abstände. Ich war nicht in der Lage zu laufen, ich konnte nur liegen und atmen. Ich warf mich sogar vor Schmerzen im Bett umher und schrie, was ich im Nachgang überhaupt nicht glauben kann. Da wir die einzige Geburt waren, war die Hebamme bei uns. Sie sagte mir, dass mein Gehirn überfordert sei, weil das Schmerzgedächtnis sich nicht an den Schmerz gewöhnen konnte und dass die Darmkrämpfe natürlich außergewöhnlich sind.

Gegen 2.30h schaute ich meinen Mann an und sagte, dass ich nicht mehr könne. Er war sichtlich erschrocken. Das was ich nie wollte, brauchte ich jetzt, weil ich gefühlt nicht mehr klar kam. Ich bat die Hebamme um eine PDA. Es war für mich die erste innere Ohrfeige. Der Anästhesist, ein ziemlich unsympathischer Typ, kam, setzte 2x an dann saß die PDA. Sie saß um genau zu sein sogar perfekt. Ich spürte die Wehen noch, so dass ich hätte pressen können aber es war gut aushaltbar. Doch dann begann der Teufelskreis. .. Die Wehen ließen nach und ich musste an den Tropf. Eröffnet war ich mittlerweile komplett. Was aber irgendwie nicht kam war der Blasensprung. Die Hebamme fühlte nach, doch da War nichts. Ob ich was gemerkt hätte oder ob das Bett nass sei. Nein nichts… Hmmmmm Rätselraten. Gestern beim Ultraschall war ja noch Fruchtwasser da.

Der Tropf begann so langsam zu wirken und ich begann wieder zu atmen. Nach kurzer Zeit spürte ich langsam den Pressdrang. Die Maus hatte sich noch nicht komplett gedreht und rutschte immer wieder leicht zurück. Nach einer Weile wurde die Hebamme unruhig. Ich wusste nicht warum, aber ich spürte es. Kurze Zeit später kam sie mit der Assistenzärztin zurück. Diese erklärte mir, dass ich

  1. Fieber hätte, dass
  2. Meine Blase nicht gesprungen wäre, wohl also schon auf war und
  3. Die Herztöne unserer Tochter nicht ideal sein.

Sie nahm den Befund und war der Meinung, dass wenn ich presse sich schon etwas bewegt, die Werte aber nicht gut sind und Sie deshalb den Stationsarzt befragen müsse. Kurze Zeit später standen also 2 Hebammen (es war kurz vor Schichtwechsel), 1 Hebammen-Schülerin, 1 Assistenzärztin und ein Stationsarzt um mich rum. Der Arzt schaute auf das CTG, nahm wieder den Befund dachte nach und sagte die folgenschweren Worte, die noch heute laut in meinen Ohren schallen „Frau G., ich weiß, Sie haben bis hierher gekämpft aber die Herztöne Ihrer Tochter sind sehr schlecht, wir müssen einen Kaiserschnitt machen!“ In dem Moment als er begann zu sprechen, wusste ich was kommt. Ich wusste, dass jetzt das Schlimmste, was ich mir vorher vorstellen konnte, eintreten würde. Ich heulte los wie eine Verrückte. Er versuchte mich zu beruhigen „es ist wirklich notwendig“ ich sagte, ziemlich barsch „das sind die Hormone, natürlich müssen wir das machen“ Und dann ging alles verdammt schnell.

Die Hebammen kathetern mich erneut (das war bereits das 3x) und holten mir ein Bonding Top während die Ärzte raus stürmten. Eine Hebamme sagte dann noch, dass mein Mann mit rein könne, er bekäme dann OP Kleidung. Ich guckte ihn an und dachte nur „das will er nicht, er hasst Blut“ also sagte ich ihm, entgegen dem was ich fühlte, dass er nicht mit müsse, wenn er sich nicht dazu bereit fühle. Und dann war ich schon im OP. Das alles dauerte keine 5 Minuten. Der Anästhesist von der PDA war schon da. Zum Glück lag bereits die PDA ansonsten wäre nur noch eine Vollnarkose möglich gewesen. Dann begann man die PDA aufzuspritzen. Immer wieder fragte man mich ob ich die Kälte spüre. In völliger Panik davor etwas zu spüren sagte ich immer wieder „ja“ ich weiß nicht wie oft, auf jeden Fall durchschaute der Stationsarzt das irgendwann und meinte, dass wenn ich hier was spüre (quasi an der Brust) aber nicht hier, dann können wir jetzt loslegen.

Mein Mann war nicht da. Ich dachte er würde nicht wollen. Gott sei Dank fragte die Anästhesie-Schwester, wo denn der Vater sei. Und dann wurde mein Mann rein gelassen. Er wartete die ganz Zeit draußen.

Dann begann das für mich schmerzlichste und absurdeste, dass ich jemals in meinem Leben erlebt habe. Ich lag, fixiert wie am Kreuz auf einer Liege, spürte absolut nichts in meinem Körper. Es war unendlich hell. Um mich rum viele Menschen und vor mir ein grünes Tuch. Links die Schwester, an meinem Kopf der Anästhesist und rechts mein Mann der mich beruhigte. Es war ca. 6:50 als es losging. Der gesamte Tisch hat gewackelt, ich dachte ich fliege gleich runter. Am Blick meines Mannes konnte ich sein Entsetzen sehen, was da mit mir gemacht wurde. 6:54h und es gab einen lauten Schrei. Ich weinte und schrie, ich will Sie sehen. Dann lief jemand mit einem winzigen schreienden Bündel an mir vorbei. Ich konnte nichts erkennen. Nach ungefähr 2 Minuten kam ein Arzt und nahm meinen Mann mit. Er durfte bei Ihr sein als Sie abgesaugt und in Tücher gewickelt wurde und durfte das letzte Stück Nabelschnur abschneiden.

Während er weg war, passierte im OP folgendes: Die Hebamme kommt zurück und sagt „Er ist jetzt drüben“ ich total schockiert, konnte ja im vorbei rennen nichts erkennen frage den Anästhesisten an meinem Kopf „ Ist es jetzt ein Junge oder ein Mädchen?“ er „oh nicht drauf geachtet“ dann an den Arzt gewandt „War das jetzt ein Junge oder ein Mädchen“ er „Keine Ahnung“ ich lag da und dachte mir nur, klar ist ja nur ein Job Bauch aufreißen Kind entnehmen, Bauch flicken. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam mein Mann zurück. Er steht neben mir mit unserer Tochter im Arm und ich gucke ihn völlig geschockt an und frage „Ist es jetzt ein Junge?“ er „Hä? Nein natürlich ein Mädchen“ und gab mir meine Tochter.

Naja, er legte Sie mir ins Bonding Top… Mit der einen Hand die ich etwas bewegen konnte streichelte ich ihren Kopf und weinte bitterlich… So sollte das alles nicht laufen. Warum ist das alles nur passiert? Und dann wurde mir unendlich schlecht. Ich vermute der Druck die Anspannung die Erkenntnis über meine verkorkste Geburt alles zusammen ließen meinen Magen durch drehen. Ich schaute meinen Mann an und sagte, nimm Sie mit rüber mir wird schlecht. Und so nahm er Sie und ging raus. Ich blieb, festgebunden und taub auf dem OP Tisch zurück und weinte erneut… 45 lange und quälende Minuten lag ich da und spürte wie man mich zunähte. Natürlich spürte ich nichts im eigentlichen Sinne, aber es ruckelte und wackelte. Zwischendurch kam ein Kollege rein und brachte etwas und er wurde gefragt, ob er denn auch zur Party käme. Was tat ich da?! Ware auf dem Tisch… Als sie fertig waren sprach die Assistenzärztin zu mir. Sie erklärte mir dass alles sehr gut vernäht wurde, das alles ohne Komplikationen ablief und (ja das teilte man mir im OP mit) dass ich jetzt ein Jahr lang nicht schwanger werden dürfe.

Und dann passierte etwas, dass ich nie, nie in meinem Leben vergessen werde. Etwas Banales, das aber unglaubliche Angst in mir hervorrief. Man hob mich vom OP Tisch ins Kreißsaal Bett. Niemand der es nicht erlebt hat kann sich vorstellen, was es bedeutet, wenn fremde Menschen einen bewegen und man wirklich taub ist, wirklich gelähmt. Oben rum spürte ich alles, aber natürlich war ich Brust abwärts taub und dieses Gefühl vergesse ich nie. Noch Tage danach habe ich davon geträumt.

Zurück im Kreißsaal durfte ich nun endlich unsere Tochter in den Arm nehmen. DSCF6440_AUSSCHNITTEs war das schönste Gefühl meines Lebens und dennoch war ich unendlich von Trauer erfüllt. Es schmerzt mich immer noch so sehr, wenn ich daran denke, dass uns diese ersten Momente, diese Glücksgefühle genommen wurden. Dennoch im dem Moment blieb die Welt stehen. Wir waren nur für uns und ich legte sie zum ersten Mal an. Ich war unendlich glücklich als sich unsere Tochter als kleines Naturtalent erwies. Sie wusste wie es geht und dafür bin ich im Nachhinein sehr dankbar. Wenn ich Sie schon nicht natürlich gebären konnte, so sollte zumindest unsere Stillbeziehung harmonisch verlaufen.

Noch am selben Tag bestand ich darauf aufzustehen. Die Schwestern wollten es mir nicht erlauben, aber ich habe darauf bestanden. Ich glaube es war ein persönlicher Drang zu zeigen, dass ich kein Weichei bin, denn so kam ich mir vor. Nicht in der Lage mein Kind auf die Welt zu bringen, zu schwach und zu weich. Nicht stark und nicht laut genug, zu unerfahren und zu wenig unterstützt. Nach ca. 8 Tagen versuchte ich die Schmerzmittel auf eigene Faust abzusetzen. Nach 14 Tagen war ich quasi beschwerdefrei. Die äußere Narbe verheilte schnell und sauber. Die Narbe auf meiner Seele wurde aber von Tag zu Tag größer.

Ich hatte Albträume und immer wenn ich eine natürlich Geburt sah oder jemanden von einer natürlichen Geburt erzählen hörte verfiel ich in eine unendliche Trauer. Ich recherchierte, las das Buch „Kaiserschnitt. Wie Narben an Bauch und Seele heilen können“ und verarbeitete langsam das Erlebte. Zu guter Letzt orderte ich noch meinen Geburtsverlaufsbericht aus dem Krankenhaus, der mich noch mehr aufwühlte als dass er mir nützte.

Heute ist mir vieles Klarer. War ich doch am Tag und auch Wochen danach so unendlich dankbar für die Hebamme die uns betreut hat, so bin ich heute am meisten von ihr enttäuscht. Sie hätte mich stärken müssen, sie hätte mich motivieren und an meine Kraft als Frau appellieren müssen. Mein Mann war dazu nicht in der Lage und das ist auch absolut verständlich. Er erlebte seine starke Frau in einem Ausnahmezustand sonders gleichen. Die Hebamme hingegen weiß, dass wir am Rande des Wahnsinns sind, wenn wir ein Kind gebären. Sie weiß aber auch, dass wir dazu gemacht sind. Ich fühlte mich mit meinem Schmerz allein gelassen. Und ich glaube auch, dass wir es zumindest einmal hätten probieren können. Die Entscheidung für den Kaiserschnitt kam so schnell. Beide Ärzte haben keine 5min geguckt oder getestet. Als Erstgebärende ist man unsicher. Man kennt die Schmerzen nicht, man kennt keine Statistiken. Es wird mit Angst gearbeitet und dann will man nur eins – das richtige tun.

Dankbar bin ich im Nachhinein für die PDA. Hätte ich eine Vollnarkose gehabt, wäre ich vermutlich wirklich daran verzweifelt. So habe ich zumindest ein bisschen das Gefühl mein Kind geboren zu haben, da ich wach war und Ihren ersten Schrei gehört habe. Trotzdem war auch die PDA meiner Meinung nach ein Auslöser für den Verlauf und den Ausgang der Geburt.

Nun ist fast ein Jahr vergangen. Ich habe noch immer nicht meinen Frieden machen können. Ich fühle mich immer noch als Versagerin und denke, dass der Kaiserschnitt unser Urvertrauen, das wichtige Bonding erschwert hat. Aber ich weiß eins, sollte ich noch ein Kind bekommen, wird das anders ablaufen. Ich weiß jetzt was auf mich zukommt. Ich habe keine Angst davor, im Gegenteil, ich stehe dem offen entgegen und vermutlich würde ich diesmal ein Geburtshaus dem Krankenhaus vorziehen. Vieles war einfach nur Routine. Diese schreckliche Atmosphäre im OP, die Art wie sich da unterhalten wurde, während ich da lag – wach. Auch wenn ich das Krankenhaus und die Abläufe sonst als sehr gut empfand. Die Angst, dass es wieder so läuft ist vermutlich zu groß.

Alles in Allem sehe ich dieses Erlebnis jetzt als ein Teil von mir. Ein Teil der das beste in meinem Leben hervorgebracht hat, auch wenn ich es uns für uns alle anders vorgestellt habe, so bin ich doch erfüllt von so viel Liebe, ob der Geburt unserer Tochter.

Eure Frau G.

Geburtsbericht meiner Hausgeburt

Am Tag bevor die Wehen einsetzen kommt meine liebe Hebamme (Rebecca Güssow) ein letztes Mal zur Vorsorge zu uns nach Hause. Sie setzt mir auch einige Akkupunkturnadeln. Es ist meine zweite Akkupunktur. Nach der Ersten eine Woche davor hatte ich Senkwehen und die Jüngste senkte sich ins Becken.

Rebecca ist zufrieden mit uns. Fast die komplette Vorsorge hat sie bei mir gemacht. Mit den Großen habe ich genug Untersuchungen über mich und uns ergehen lassen müssen, so dass ich es dieses Mal auf eine Minimum reduzieren wollte.

In der 12. Woche war ich bei meinem ersten Ultraschall um sicher zu gehen, dass es keine Zwillinge sind. Es sollte eigentlich der einzige Ultraschall bleiben, aber rund um die 30. Woche habe ich ein paar Wehen und bin sicherheitshalber zur Kontrolle beim Frauenarzt gewesen. Es war alles ok.
Leider musste ich ein paar Wochen danach auch nochmal ins Krankenhaus fahren, weil ich dummerweise vor meiner Haustür gestürzt bin, aber auch da war alles in Ordnung.

Einen Tag vor der Geburt bin ich tagsüber viel unterwegs mit den Großen und nachmittags sind wir zu einem Geburtstag eingeladen. Als wir uns abends auf den Weg nach Hause machen habe ich die erste Wehe (gegen 19.30 Uhr). Im Auto habe ich dann immer wieder mal eine Wehe. Zu Hause geht es dann gleich ins Bett. Ich bin sehr geschafft von dem Tag. Es gelingt mir einzuschlafen, aber leider nur für ca. eine Stunde. Dann werde ich von heftigen Wehen wach. Ich baue den Schmerz sogar in einen Traum mit ein. Es ist ungefähr 22 Uhr. Ab da habe ich alle 6-8 Minuten Wehen, die schon recht stark sind. Es scheint loszugehen, aber so richtig kann ich es nicht glauben. Mein Mann und ich unterhalten uns noch bis 23 Uhr, dann geht er ins Bett. Er möchte noch etwas Schlaf tanken bevor es losgeht, stellt sich aber den Wecker sicherheitshalber auf 1 Uhr.

Ich beschließe in die Wanne zu gehen, um zu sehen ob es tatsächlich losgeht. Die Wehen werden stärker und schmerzhafter, aber der Abstand verkürzt sich nicht. Sie kommen immernoch alle 6-8 Minuten.

Um 1 Uhr kommt mein Mann ins Bad und fragt nach dem Stand der Dinge. Ich sage ihm, dass es wohl losgeht. Ich habe die Wanne derweil verlassen und mich übergeben und habe Durchfall.

Mein Mann macht es mir im Bad bequem und es fällt mir immer schwerer mich zwischen den Wehen zu erholen, denn sie sind sehr intensiv. Abwechselnd liege oder hocke ich oder ich sitze auf der Toilette. Vor allem die Übelkeit und der rauhe Hals rauben mir ganz schön Kraft. An Schokolade oder gemütlich Kochen oder all meine tollen Vorbereitungen für die Wehenphase ist nicht wirklich zu denken.

Alles was ich trinke kommt auch wieder raus. Mein Mann kocht Tee und unterstützt mich so gut er kann. Nebenbei packt er die Kliniktasche fertig (wir waren noch nicht ganz vorbereitet bei 38+6), wärmt die Kraftsuppe auf und kocht Kaffee und so weiter. Er kommt und geht. Ich bleibe im Bad. Fühle mich dort am wohlsten und mich auch nicht im Stande irgendwo anders hinzugehen. Zweimal versuche ich zu tasten, ob sich am Muttermund was getan hat. Die Wehenpausen sind leider sehr kurz und sobald ich taste kriege ich eine sehr heftige Wehe. Aua. Leider kann ich jedes Mal keinen Muttermund tasten. Solange der Muttermund nicht zu tasten ist, kann es eigentlich auch noch nicht losgehen denke ich. Ich habe trotzdem das Gefühl, dass es losgeht.

Ich will meine Schwiegermutter (um die Großen zu betreuen) anrufen und meine Hebamme, aber mein Mann sagt wir warten noch bis 3 Uhr. (Damit sie noch etwas Schlaf kriegen) Kurz vor drei rufe ich meine Hebamme an. Ich muss meine Wehen bereits tönen, damit ich sie einigermaßen aushalten kann. Es kommt mir ewig vor bis sie kommt. In Wirklichkeit ist sie aber ziemlich zügig da. Sie untersucht mich und sagt wir stehen ganz am Anfang der Geburt. Bisher haben meine Wehen offenbar noch keine Auswirkungen auf den Muttermund…
Ich weiß nicht wie ich das noch stundenlang aushalten soll… Bin aber viel zu schwach und viel zu konzentriert auf die immer stärkeren Wehen, als dass ich mich entsprechend mitteilen könnte. Ich habe auch kaum Zeit zum Nachdenken.

Meine Hebamme verabschiedet sich wieder, da wir ja noch am Anfang der Wehenphase stehen. Ich soll sie sofort anrufen, wenn ich denke ich brauche sie und spätestens wenn die Presswehen kommen.
Ich mag gar nicht mehr von der Toilette aufstehen. Mein Mann ermuntert mich die Toilette zu verlassen und ich hocke mich dann vor die Badewanne. Dort kann ich mich gut abstützen. Sofort überkommt mich Pressdrang. Ich will zur Toilette habe aber überhaupt keine Kraft und Zeit, denn die Presswehe ist heftig. Während ich so drücke, merke ich, dass auch Wasser läuft. Es ist Fruchtwasser. Es ist eine ziemliche Pfütze auf dem Handtuch unter mir (und auch ein bisschen Stuhl). Mein Mann klappt das Handtuch zusammen. Sofort überkommt mich wieder Pressdrang es kommt aber gar nichts. Ich habe Pressdrang sage ich zu meinem Mann und kann es selbst kaum glauben. Mit der nächsten Wehe ist klar, es sind Presswehen!!!
Ich kann es nicht glauben. Mein Mann glaubt es noch weniger. Trotzdem soll er die Hebamme zurückrufen. Inzwischen ist an Tönen längst nicht mehr zu denken. Ich bin schon sehr laut am Stöhnen, wenn nicht sogar schon am Schreien. Die Hebamme ist schnell wieder da. Sie bittet meinen Mann die Wanne voll zu lassen. Als die Wanne voll ist, soll ich in die Wanne wechseln. Ich weigere mich. Ich habe keine Kraft. Habe das Gefühl, dass ich mich nicht mehr bewegen kann, aber als sie sagt, dass mir das etwas Entspannung verschafft, bin ich motiviert, denn an Entspannung ist bisher nicht zu denken. Ich habe kaum Pausen zwischen den Wehen und starke Schmerzen.

Unglaublich. Es ist tatsächlich etwas besser in der Wanne. Ich habe aber kaum Zeit zum Entspannen, denn in wenigen Wehen soll es schon vorbei sein (3 oder 4 Wehen). Die Hebamme sagt zu mir, dass ich ruhig mal selbst tasten soll. Ich fühle etwas Weiches, das aus mir rauskommt. Ich denke es ist der Muttermund aber daneben taste ich etwas Hartes. Sie meint, das ist der Kopf. Ich habe also die (geschlossene) Fruchtblase getastet, denn meine Jüngste wird mit ihrer Blase geboren. Schon kommt die nächste Wehe. Ich taste und es kommt der Kopf. Ich kann es nicht fassen. Ich taste den Kopf meines Babys. Ich halte ihn mit einer Hand. Ich schreie: „Sie kommt!“, dabei weiß ich gar nicht ob es ein Mädchen oder ein Junge ist, aber es ist ein Instinkt oder ein Wunsch, den ich von Beginn an hatte.

Es ist unheimlich schmerzhaft und in einer Presswehe kommt der Kopf und der Körper. IMG_0003Sie kommt in ihrer Blase und liegt in der Badewanne, weil ich sie kaum halten kann. Es sieht unwirklich aus, weil sie in der Fruchtblase liegt. Meine Hebamme muss mich ermutigen „Nimm Dein Baby hoch“. Sie hilft mir die Blase zu entfernen und ich nehme wie selbstverständlich mein Baby in den Arm. Ich bin so erleichtert. Nichts tut mir mehr weh. Ich halte mein Baby im Arm und die Welt ist einfach nur schön. Ich bin so glücklich, dass sie gesund ist. Sie schreit nicht wirklich sondern meckert eher ein bisschen. Aber sie atmet. Dann muss ich erstmal gucken ob sie überhaupt ein Mädchen ist. Sie ist ein Mädchen. So ein wunderschönes Mädchen. Auf den Bildern, die mein Mann macht sieht sie so blau aus und der Kopf ist so verformt, aber in dem Moment kam sie mir überhaupt nicht blau vor. Ich fand sie einfach nur perfekt und wunderschön.

IMG_0012Wir legen ein Handtuch über sie und ich kann sie einfach nur halten. Es ist ein toller Moment. Wir sind alle gesund. Meine Ängste waren völlig grundlos. Wunderschön. Einfach wunderschön. Nach einer Weile biete ich ihr die Brust an. Sie möchte aber nicht und es ist auch schwierig sie zu halten in der Wanne. Meine Hebamme sagt ich solle mal tasten ob die Nabelschnur noch pulsiert. Ich weiß nicht wie es sich anfühlt, wenn sie pulsiert. Fühle nichts. Sie sagt, wenn ich nichts fühle, dann pulsiert sie nicht. Ich solle mal versuchen zu pressen. Sie zieht etwas und der Mutterkuchen wird geboren. Sehr problemlos. Die leichteste Übung nachdem ich ein Kind bereits rausgepresst habe. Wir nehmen eine Schüssel für den Mutterkuchen und mein Mann nimmt den Krümel in ein Handtuch und geht mit ihr ins Kinderzimmer. Ich kann mich etwas abduschen und gehe dann direkt ins Bett wo ich meine Kleine sofort wieder bekuscheln kann.

Die beiden Großen sind pünktlich zur Geburt wach geworden (früh morgens um 5 Uhr). Sie bestaunen noch etwas verhalten ihre kleine Schwester. Die Hebamme sieht sich den Mutterkuchen an und stellt fest, dass er sehr gut aussieht. Keine groben Verkalkungen (die beim Ultraschall im Krankenhaus gesehen wurden). Alles dran. Nichts drin geblieben. Dann diskutieren wir ob wir die Nabelschnur abschneiden oder abbrennen oder der Mutterkuchen dranbleibt bis die Nabelschnur abfällt (Lotusgeburt). Wir entscheiden uns für das Abschneiden. Mein Mann schneidet die Nabelschnur durch.

Nach dem Untersuchen der Plazenta bin ich dran. Mein Hebamme stellt fest, dass sie mich nähen muss. Ich habe Risse 2. Grades (erstes vaginal geborenes Kind und sehr schnelle Geburt vermutlich). Das Nähen ist unangenehm aber auszuhalten. Ich habe keine Ahnung wie lange es dauert. Dann wird die Jüngste untersucht (U1). Sie macht gut mit. Alles in Ordnung mit dem kleinen Baby ohne Namen, denn wir wissen erst gegen Mittag, wie sie heißen wird. Sie hat fast keine Käseschmiere und die Haut an den Füssen pellt sich schon etwas. Die Hebamme meint sie ist schon etwa eine Woche zu spät, dabei ist sie eine Woche vor ihrem Termin gekommen. Sie bekommt eine Windel an und kommt dann wieder zu mir. Ich möchte sie nackelig bei mir haben und so bleibt sie auch noch eine ganze Weile (fast das komplette Wochenbett).

IMG_0015Willkommen meine Jüngste. Wir sind ganz froh, dass Du jetzt bei uns bist.

Die Hausgeburt hat mich sehr belohnt und total versöhnt mit dem traumatischen Erlebnis der ersten Geburt. Sie war sehr heilend. Direkt von der Wanne ins Bett zu gehen und dort eine Woche zu bleiben, war das schönste Geschenk. Vom Rufen der Hebamme (das erste Mal) bis zur Geburt der Jüngsten dauerte es weniger als zwei Stunden. Die Geburt selbst konnte ich fast alleine bewältigen, was mir unglaublich gut getan hat, denn meine erste Geburt war komplett fremdgesteuert. Wäre ich ins Krankenhaus gefahren, hätte man mich vermutlich wieder nach Hause geschickt (die Hebamme dachte auch beim ersten Befund, es dauert noch) und ich hätte wohlmöglich mein Kind dann auch zu Hause bekommen. 🙂
Und ich hätte sehr wohl nach Schmerzmitteln gebrüllt, obwohl ich sie ablehnen wollte. Zu Hause gab es keine Schmerzmittel und das war auch gut so. 🙂 Meine Hebamme hat mich sehr gut betreut. Durch die Vorsorge kannte sie mich sehr gut und wusste über meine Wünsche Bescheid. Das war sehr angenehm, denn sie hat sich bei der Geburt sehr zurückgehalten, weil sie wusste, dass ich es „alleine“ schaffen wollte. Sie hat mich vor, während und nach der Geburt betreut. Es war Luxus. Ich musste für die Vorsorge nicht mal das Haus verlassen. Leider hat sie im letzten Jahr die Hausgeburtshilfe aufgeben müssen. Sie wäre nur noch für die Versicherung arbeiten gegangen. Das ist sehr schade. Ich hoffe sehr dass sich die Problematik lösen wird, denn immer mehr Hebammen hören auf. Auch eine Hebamme für die Nachsorge zu finden wird immer schwieriger. Auch die kleineren Krankenhäuser werden ihre Kreißsäale schließen müssen, da diese oft mit freiberuflichen Hebammen besetzt sind, wenn sich das Problem nicht löst.

Wer von dem Problem noch nicht gehört hat, der kann hier nachlesen und gerne auch die Hebammen unterstützen:
Hebammenverband
Hebammenprotest
Hebammenunterstützung

Motto des Monats: Geburten

Mein Fazit des letzten Monats:
Ich wollte ja Frühjahrsputz machen. Ich habe damit begonnen und das Haus und das Auto bereits geputzt. Im Haus bin ich aber noch lange nicht fertig und das Auto ist schon wieder krümelig… 😀
Der innere Frühjahrsputz dauert noch an. 😉

Im April werde ich über meine beiden Geburten berichten und es wird auch Gastbeiträge zu dem Thema geben. Darauf freue ich mich schon. Morgen geht’s los mit meiner letzten Geburt in 2013.

Zeitumstellung ist einfach nur lästig

Bevor ich Kinder hatte, hat mich die Zeitumstellung nicht sonderlich interessiert. Ich erinnere mich, dass meine Eltern mal vergessen haben, dass die Zeit umgestellt wurde. Wir kamen oft überall zu spät und an dem Sonntag waren wir bei meinen Großeltern zum Mittag eingeladen. Meine Eltern waren so stolz, dass sie es diesmal pünktlich geschafft hatten aber leider waren wir dank Zeitumstellung trotzdem zu spät.

Nun ist die Zeitumstellung seitdem ich Kinder habe aber extrem lästig geworden. Kinder haben einen Rhythmus. Noch extremer als beim Erwachsenen wie ich finde und je kleiner das Kind desto mehr ist es abhängig vom Rhythmus.

Die Zeitumstellung im Herbst finde ich noch schwieriger als die im Frühjahr, aber egal welche von Beiden, wir sind mindestens eine Woche damit beschäftigt die Kinder neu „einzustellen“. Ihre innere Uhr auf Sommer- bzw. Winterzeit umzustellen kostet alle Familienmitglieder viel Kraft und Nerven. 😦

Jetzt durch die Schule sind wir nicht mehr flexibel mit der Bringezeit morgens, aber die Großen stecken die Umstellung auch schon etwas besser weg, finde ich. Wenn es nach mir ginge, darf die Zeitumstellung gerne wegfallen. Habe gestern diesen Link gefunden.

Und wenn man 1 Million Unterschriften zusammen bekommt, dann kann man eine europäische Bürgerinitiative starten, denn es ist sicher sinnvoll dass alle Länder in Europa die Sommerzeit gemeinsam abschaffen.

Hätte ich gestern im Lotto gewonnen, hätte ich das gleich in Angriff genommen 😉 , denn so eine Initiative bräuchte einen Sponsor…

Quelle: pixabay.com

Unsere Probleme mit dem Hort

Unsere Schule ist keine Ganztagsschule so besteht nach dem Unterricht die Möglichkeit der Hortbetreuung in einer (von der Schule unabhängigen) Einrichtung.

So weit, so gut.

Quelle: pixabay.com

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Der Hort hat mir von Anfang an nicht wirklich zugesagt. Daraus habe ich kein großes Geheimnis gemacht. Die Mädchen sind trotzdem gerne hingegangen. Die Erzieherin ihrer Gruppe ist nett und das Außengelände sehr schön, wie ich finde. Das Gebäude hat etwas gelitten unter dem Zahn der Zeit.

Nun bin ich schon speziell was das Essen angeht, aber ich bin nicht unrealistisch und erwarte vollwertige (wohlmöglich Rohkost) Ernährung meiner Kinder im Hort. Meine Erwartungen habe ich schon deutlich runtergeschraubt. Bio wäre schön, aber auch das erwarte ich nicht mal. Was ich aber schon erwarte ist wenigstens die Möglichkeit vegetarisch (nicht mal vegan) zu essen, wenn man das will. Bei zwei Essen zur Auswahl finde ich das auch nicht zu viel verlangt sondern zeitgemäß… Das gibt es dort leider nicht. Zumindest nicht jeden Tag. Im Gegenteil. Es gibt so gut wie jeden Tag Fleisch. Ab und zu mal ein vegetarisches Gericht und oft ist das dann süß (Milchreis und Co).
Nun gut. Damit haben wir uns halbwegs arrangiert bis Weihnachten ungefähr. Dann habe ich gesagt sie essen jetzt nicht mehr mit. Beide Mädchen bekamen plötzlich juckenden Ausschlag im Gesicht genauer gesagt am Kinn. Kind1 bekam sogar eine sichtbare Flechte (oder sowas). Immer öfters jammerten sie über den Juckreiz. Also meldete ich sie fast komplett vom Essen ab und gab ihnen von da an immer öfters selbst was mit. Stullen oder Salat. Der Juckreiz besserte sich. Ende Januar wollten wir es mit dem Essen wieder versuchen… dasselbe Spiel.
Der Frust meines Mannes und mir stieg dann auch noch, weil sich die Gerichte alle paar Wochen wiederholten (und an Einfallslosigkeit nicht mehr zu übertreffen waren). Es gipfelte darin, dass auf einem Essensplan Truthahnleber oder auch mal Sülze mit Remouladensauce erschien… Ab da war dann das Essen komplett gestrichen für unsere Töchter. Mal ehrlich, ich erwarte nicht, dass es den Kindern immer schmecken muss und ich erwarte nicht, dass sie immer vegetarisch essen, aber Truthahnleber und Sülze? Wie hoch ist wohl der Prozentsatz der Kinder, die das gerne essen?

Also das Essen war für uns gestorben.

Die Erzieherin hat sich wirklich Mühe gegeben, aber sie hat eben auch nur begrenzte Möglichkeiten, wenn sie sich alleine um 25 Kinder kümmert.
Die Mädchen beschwerten sich immer öfters bei mir, dass ihnen große Jungs weh getan hatten. Gerne ist der Rat der Erzieher dann auch mal gewesen: „Dann musst Du zurückhauen/treten!“…
Auch der Umgangston hier zu Hause wurde etwas rauer… Es gefiel mir nicht. Mein Unmut stieg und stieg. Ich überlegte bereits was Alternativen sein könnten. Eigenen Hort gründen. Kinder Abmelden. Anderen Hort suchen.

Jedenfalls kamen sie dann einen Tag aus dem Hort etwas betrübt und sagten mir, dass sie morgen nicht in den Hort wollen (sie wollen sonst immer gerne hin). Sie erzählten dann, dass ein anderer Erzieher in der Gruppe ist, weil ihre Erzieherin nicht da ist.
Ich fragte sie warum das schlimm ist und ihre Antwort darauf war: „Herr Schneider (Name geändert) ist netter zu den Mädchen als zu den Jungs.“

In meinem Kopf gingen alle Alarmglocken an. Ich meine was ist so schlimm daran, wenn er doch nett ist zu den Mädchen? Sie hätten ja auch sagen können: „Herr Schneider ist nicht so nett zu den Jungs.“
Das war dann noch das i-Tüpfelchen und ich habe die Kündigung des Betreuungsvertrages geschrieben. Nun organisieren wir die Betreuung auf unsere Weise. Ich fühle mich mit der Entscheidung sehr wohl. Ich muss da auf mein Bauchgefühl hören.

Ein Nachtrag an dieser Stelle, weil ich jetzt auch immer öfters regional besucht werde:
Die Elternvertretung hat mit mir zusammen mit den Mädchen gesprochen um behutsam das letzte beschriebene Problem nochmal zu klären und ich bin nun erleichtert berichten zu können, dass es tatsächlich nur so war, wie sie es gesagt haben. Der Erzieher war „nur“ etwas grober und lauter zu den Jungs. Das hat mich sehr beruhigt, aber nichts an meiner Einstellung zum Hort geändert und bisher fahren wir damit sehr gut.

Ostern soll wieder ein kleines familiäres Fest sein

Quelle: pixabay.com

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Ich gönne meinen Kindern ihre Geschenke und ich genieße ihre Gesichter, wenn sie etwas auspacken, aber inzwischen haben sie so gut wie alles und haben bald keine Wünsche mehr. (Na gut das ist vielleicht etwas überspitzt, aber kommt der Realität schon recht nahe. Wenn man zwei Kinder im selben Alter hat, ist es auch nochmal extremer denke ich…)

Omas, Opas, Uromas, Uropa, Onkel, Tante, Cousine und jeder möchte jedem Kind etwas schenken, da sind wir hier schnell mal bei einem Geschenkeberg der fast einem Weihnachtsfest gleicht.

Ich habe dieses Jahr drum gebeten keine Geschenke zu schenken. Jedes Jahr bitte ich um wenig und kleine Geschenke, aber trotzdem kommt doch immer eine ganze Menge zusammen. Dieses Jahr wollen wir wirklich mal ein kleines Osternest im Garten suchen und mehr nicht. Mal sehen ob es klappt Ostern wieder zu einem kleinen Fest zu machen.

Utopisch? Was denkt ihr?

Rohkostfasten: wie läuft es eigentlich?

Ich hatte mir ja vorgenommen zur Fastenzeit nur Rohkost zu essen. Das bisher ganz gut funktioniert. Viele Tage habe ich 100% roh gegessen. An manchen Tagen habe ich eine warme Mahlzeit mit den Kindern mitgegessen. Letzte Woche fiel es mir plötzlich sehr schwer. Ein paar Tage hintereinander blieben nicht größtenteils roh aber ich bin zuversichtlich, dass ich die letzten zwei Wochen noch größtenteils roh verbringen werde.

Gestern war ich auf der Rohvolution in Berlin. Das ist DIE Rohkostmesse. Es hat mir so viel Spaß gemacht. Es ist selten selbst wenn ich nicht roh esse, dass ich so viel essen kann, weil ich ja den Industriezucker meide. Der ist in der Rohkost nicht erlaubt, weil er eben nicht roh ist. 😀

Ich konnte Eis und Kuchen essen. Es war ein Traum. 🙂 Ich hab wenig Bilder gemacht. Nächstes Mal mache ich mehr und vielleicht kann ich auch mal zu einem Vortrag gehen. Das habe ich mir mit dem Krümel gespart.

Apropos Krümel. Ihr Ausschlag ist leider noch nicht weg. Im Gegenteil. Sie hat angefangen zu kratzen. Dadurch sind leider Bakterien reingekommen und ich musste mal da Arzt draufgucken lassen. 😦 Es ist ganz schön aufgeblüht. Er hat empfohlen es mit schwarzem Tee abzureiben und dann mit Heilsalbe (Weleda) zu behandeln. Das scheint zu helfen. Ich mache mal Fotos bei Gelegenheit.

   

        

Zum Schluss noch: In den letzten drei Wochen haben die Kinder sich hier gegenseitig abgewechselt mit Erkältungen. Auch ich fühlte mich angeschlagen, aber im Gegensatz zu meiner Schwiegermutter, die sich auch angesteckt hat, habe ich zum Glück kein Fieber gehabt und fühlte mich recht gut. Dank Rohkost?

Erkältungszeit 

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Quelle: pixabay.com

Aus aktuellem Anlass trage ich mal zusammen was wir so machen bei unseren Erkältungen.

Bei Husten wird jeden Abend eine Zwiebel aufgeschnitten und ins Schlafzimmer gestellt. Das mache ich sogar, wenn ich selbst merke, dass sich Husten ankündigt. Dann wird nachts weniger gehustet und morgens kann der Schleim gut abgehustet werden.

Wenn ein Reizhusten so gar nicht zur Ruhe kommt (vor allem nachts, tagsüber darf gerne abgehustet werden), dann trinken wir Birnensaftschorle: Birnensaft mit Warmwasser gemischt. Das hilft wirklich. Auch eine Kollegin, der ich das vor kurzem empfohlen habe schwört inzwischen darauf, dass es hilft. Ich benutze es auch selbst gerne.

Das Schlafzimmer feucht halten wird auch oft empfohlen. Heißwasser in Schlafzimmer aufstellen z.B. aber ich mache das sehr selten. Wir schlafen bei offenem Fenster.

Wir machen auch oft Brustwickel bei Husten. Je nachdem wie stark der Husten ist. Erstmal mit trockenem Tuch mit Lavendelöl betupft, wenn der Husten stärker ist und fester sitzt, dann feuchtes warmes Tuch mit Lavendelöl betupft. Ein bisschen nach Gefühl mache ich auch mal einen Bienenwachswickel. Ich würde das gerne mit Heilwolle ergänzen und mache das auch bei der Jüngsten. Die Großen sagen aber dass das piekt und wollen das selten. 🙂
Der Wickel hilft dabei den Nachtschlaf etwas angenehmer zu machen. Es wird deutlich weniger gehustet dadurch nachts. Manchmal hole ich sogar nachts den Wickel, wenn ich feststelle, dass die Zwiebel nicht mehr reicht und mache den Wickel. Danach ist Ruhe im Bett. :)Wir benutzen diese Wickel aus der Bahnhofsapotheke.
Auch den Thymian-Myrthe-Balsam benutzen wir aus der Bahnhofsapotheke und auch mal Thymiantee bei Husten.
(Nein! Ich bekomme kein Geld für diese Werbung ;))

Schnupfen finde ich schwieriger als Husten. Wir benutzen Engelwurzbalsam außen auf die Nase aufgetragen. Bei den Großen machen wir auch mal ein Dampfbad oder eine Nasendusche. Rotlicht hilft auch. Kann man auch bei Husten machen.
Ab und zu gibt es auch mal ein Nasenspray oder Nasentropfen mit Salzwasser. Bei der Jüngsten auch mal mit Muttermilch. Ganz selten (weniger als 5) habe ich mal ein abschwellendes Nasenspray gegeben.

Bei Halsschmerzen gibt es Salbeitee. Hatten wir zum Glück bisher sehr selten. Und auch einen Halswickel haben wir schon gemacht. Mit Zitronen.

Bei Augenentzündungen gibt es Euphrasia Tropfen.

Bei Ohrenschmerzen und Ohrenentzündung mache ich Ohrenwickel. Dazu habe ich schonmal einen Beitrag mit Video gemacht.

Bei Fieber gebe ich gerne mal Belladonna oder andere homöopathische Mittel. Das entscheide ich nach Bauchgefühl. Senken tun wir Fieber nur wenn es den Nachtschlaf stark stört und homöopathisch nichts hilft. Bei den Großen kann ich es glaube ich an zwei Händen abzählen wie oft wir fiebersenkende Mittel gegeben haben.

Auch die Aromaöle der Bahnhofsapotheke sind sicher eine gute Wahl. Ich glaube man muss auch für sich selbst den richtigen Weg finden.