Windelfrei – was bedeutet das für uns

Ich habe vor einem halben Jahr schonmal über windelfrei berichet. Den Beitrag findet ihr hier.

So richtig begonnen haben wir mit windelfrei als die Jüngste drei Monate alt war. Ich habe ihr einfach keine Windeln mehr angezogen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich ein Gefühl dafür entwickelt wann sie pullern oder ihr großes Geschäft erledigen muss.

Es ist ein Auf und Ab wie mit vielen anderen Dingen auch, die Kinder betreffen. Es gibt gute und schlechte Tage und so ist es auch mit windelfrei bei den Kleinen.

Nun ist es mal wieder Zeit für ein Update zu dem Thema und ein vorläufiges Fazit.

Tags
Die Jüngste ist nun 1,5 Jahre alt und ich kann an zwei Händen abzählen an denen sie eine Kake-Windel hatte seitdem wir angefangen haben. Dafür kann ich aber auch an zwei-drei-vier Händen abzählen wie oft ich das große Geschäft vom Fußboden aufwischen musste. 🙂 Das gehört leider auch dazu, aber ehrlich gesagt wische ich lieber den Fußboden als den Babypo.

Wir tragen zu Hause meist keine Windeln. Wenn ich gerade absolut keine Aufmerksamtkeit habe oder genervt bin und eine Pfütze auf dem Boden nicht noch zusätzlich gebrauchen kann, dann ziehe ich ihr eine Windel oder Trainerhose an. Unterwegs hat sie Windeln an. Ab und zu wenn ich ganz sicher bin, dass sie nicht muss, dann ist sie auch schon mal eine halbe Stunde ohne. 🙂 Jetzt im Sommer werde ich immer öfters auch auf diese Windel verzichten. So ist zumindest der Plan.

Das große Geschäft sagt sie nun schon seit Wochen sehr zuverlässig an. Sie geht auf den Topf. Ab und zu halte ich sie über der Toilette oder dem Waschbecken ab. Unterwegs halte ich sie an Bäumen oder über Toiletten ab. Außerdem habe ich einen kleinen Topf dabei, wenn es mal schnell gehen muss und keine schnelle Möglichkeit erreichbar ist.

In den letzten 2-3 Wochen klappt auch das kleine Geschäft immer zuverlässiger. Gerade heute hat sie mehrere Stunden gar nicht gepullert. Sie ist auch immer genauer mit ihrer Wahrnehmung und sagt immer öfters selbst an ohne, dass ich auf ihre Signale achten muss und sie geht auch ab und an einfach selbst auf den Topf.
Unsere Trefferquote beim großen Geschäft 99,9% und beim Pipi würde ich sagen 80-90%.

Nachts
Sie schläft immer ohne Windel. Wir schlafen auf wasserdichten Unterlagen mit Handtuch darüber. Inzwischen pullert sie nachts einmal 1-2 Stunden nach dem Einschlafen und dann manchmal zwischen 1 und 3 Uhr. Dann nicht mehr. Wenn sie allerdings diesen „Zwischenstop“ auslässt nachts, dann muss sie meist morgens zwischen 4 und 6 Uhr pullern.
Unsere Nächte gehen in der Regel von 19 bis 6 Uhr.

Mein Fazit
Ich würde immer wieder windelfrei probieren und kann es nur jedem empfehlen. Ich finde, dass es unheimlich die Beziehung zum Kind entspannt und auch die Kommunikation nochmal um ein Level steigert. Aber ich kann natürlich auch nicht vergleichen wie es ohne gewesen wäre mit der Jüngsten. Ich habe nur den Vergleich zu den Großen und oft denke ich, dass ich es mit ihnen noch intensiver hätte versuchen sollen. Es hätte mir viel Ärger mit Windel wechseln und Trocken werden erspart und vielleicht die Beziehung und Kommunikation noch verbessert… aber darüber zu spekulieren macht natürlich keinen Sinn.

Mein Tipp für den Start mit windelfrei

  • Lasst einfach die Windel weg. Eine Stunde, einen Vormittag/Nachmittag, einen Tag. Was für Euch passt. Gerade jetzt in den wärmeren Jahreszeiten ist es einfacher. Wenn ihr einen Garten habt, dann einfach unten ohne nach draußen.
  • Gute Zeiten zum Abhalten bzw. auf den Topf setzen sind immer nach dem Schlafen z.B. morgens oder nach dem Mittagschlaf.
  • Dann natürlich beliebt nach dem Stillen bzw. dem Essen/Trinken oder auch währenddessen. Bei uns ist es so, dass sie auf einmal aufsteht und sich am Tisch hinstellt und etwas unruhig ist und nicht mehr sehr interessiert am Essen obwohl sie bis dahin mit Appetit gegessen hat. Dann ist ein guter Zeitpunkt sie mal auf den Topf zu setzen.
  • Ein weitere Tipp ist das Tragen. Wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal muss und sie aber alle Versuche sie Abzuhalten oder auf den Topf zu setzen ablehnt, dann trage ich sie eine Weile im Tuch, in der Trage oder auf dem Arm. Entweder sie wird irgendwann auf meinem Arm unruhig oder nach einer kleinen Weile setze ich sie nochmal auf den Topf. Dann läuft es dann meistens.
  • Hört auf Euer Gefühl. Meistens wenn ich denke sie muss bestimmt mal, dann ist das auch so. Wenn ich dann nicht gleich Zeit habe zu reagieren, dann pullert sie mir auf den Fuss. 🙂
  • Inzwischen kommt sie auch einfach oft zu mir gelaufen und jammert ein bisschen. Manchmal schnalle ich dann, dass sie muss oder ich denke „Jaja, ich nehme dich ja gleich hoch.“ und dann ist mein Fuss nass. 🙂

Und noch was: Sucht Euch Gleichgesinnte. Bei den Rabeneltern gibt es im Forum einen windelfrei-Thread. Es gibt eine Facebook Gruppe und in Berlin gibt es auch ein regelmäßiges Treffen von Einfach Klein zum Beispiel.

Hier noch ein paar Links zum Thema:
Facebook Gruppe zum Thema
abhala – Der Abhalte-Laden

123windelfrei-Blog
Hebammenblog
Babys ohne Windeln
windelfrei.at – FAQ
windelfrei.unerzogen.de

Motto des Monats Mai: Bienensaison

Es geht los mit der Bienensaison. Das wird das Motto sein im Mai. Hoffentlich kann ich auch mal ein Video für Euch machen von meinen fleißigen Damen.

Die Hasel, die Weide, der Ahorn hat schon geblüht. Die Obstblüte ist noch nicht vorbei bei uns, aber am Abblühen. Die Kastanie hat gerade angefangen zu blühen und der Flieder natürlich. 🙂

Wöchentlich sehe ich jetzt in den Stock um nach dem rechten zu sehen. Ich habe zwei Völker aus denen ich dieses Jahr gerne drei machen möchte. Vermutlich Ende Mai oder Anfang Juni. Auch zwei neue Königinnen habe ich bestellt, die bei uns einziehen sollen.

Auch die ersten Klassen der Grundschule werden mich besuchen kommen, damit die Kinder auch was über die Bienen lernen können. Einige Frauen haben mich schon gebeten einen Kurs zu geben zum Thema Imkerei. Ich würde das so gerne machen, aber ich hab das Gefühl, dass mir dafür die Zeit fehlt. Mal sehen.
Auch das Thema Frauen in der Imkerei beschäftigt mich ein wenig. Ich bin in meinem Imkerverein in der Minderheit als Frau abgesehen davon, dass ich mit Abstand die Jüngste bin. Ich hab schon überlegt einen Imkerverein für Frauen zu gründen. 🙂 Mit Hilfe der Vernetzung wäre das sogar überregional möglich… Na mal schauen. Einer von vielen Träumen und Wünschen. 😀

Trilogie Teil 3: Wochenbett im Krankenhaus

Über die Schwangerschaft und die Geburt meiner Zwillinge habe ich schon berichtet. Nun geht es weiter mit unser Zeit im Krankenhaus.

Meine Mädels wurden in der Nacht per Kaiserschnitt geboren und sind dann sofort auf die Neonatologie gekommen. Mein Mann durfte zu ihnen gehen und ich erholte mich etwas von den Strapazen und Nachwirkungen der Operation. Mein Mann kam zu den Mädchen als sie gerade in ihre neuen Betten einzogen. Kind 2 lag schon im Brutkasten und Kind 1 wurde gerade hineingelegt.

Kurze Zeit später durfte ich auch zu den Mädchen. Sie schoben mein Bett zwischen die Brutkästen und ich war einfach nur dankbar, dass beide Babys lebten. Ich erinnere mich sehr wenig an diese Momente. Es war einfach surreal, dass ich nun nicht mehr schwanger war und stattdessen meine Kleinen in diesen Kästen lagen und so fern waren wo sie doch eigentlich noch 7 Wochen in meinen Bauch gehört hätten…

Ich wurde dann gefragt ob ich Kind 1 gerne auf die Brust haben möchte. Natürlich. Was für eine Frage. Ich war sehr überrascht von der Frage, weil ich damit nicht gerechnet habe, aber so dankbar, dass ich sie bei mir haben durfte. Es war das schönste Gefühl der Welt. Mir kommen die Tränen während ich das schreibe.
Die Schwester legte mir meine Kleine auf die Brust und deckte uns beide gut zu. Es war einfach toll. Viel gesehen habe ich von der Kleinen dann zwar nicht, aber ich spürte sie. Mehr war nicht nötig. Die zweite Schwester, die sich um Kind 2 kümmerte sagte dann, dass auch ihre Temperatur sich reguliert hat und sie gerne auch zu mir auf die Brust kann. Ich war überglücklich. Es war allerdings auch ein wenig beunruhigend da meine Kleine eine sehr große Maske auf dem Kopf hatte. Sie bekam CPAP und das half ihr beim Atmen. Ich weiß noch, dass es sehr laut war und man ihr Gesicht kaum sehen konnte. Trotzdem war es sehr schön. Endlich fühlte alles sich wieder halbwegs richtig an.

Insgesamt ging alles ziemlich schnell. Etwa eine Stunde nach der Geburt waren wir drei wieder vereint.

Mein Mann ging dann die Verwandtschaft per Telefon wecken und berichtete allen, dass wir nun Eltern von zwei gesunden Frühchen-Mädchen waren.

Ich weiß nicht mehr warum, aber irgendwann wurde ich zurück auf die Station gebracht.  Sobald meine Babys nicht mehr auf meiner Brust lagen merkte ich die Schmerzen der OP. Die waren auf einen Ruck ziemlich heftig. Ich bekam dann Schmerzmittel über den Tropf und die Schwester erklärte mir, dass es ganz normal sei, dass man den Schmerz weniger wahrnimmt solange man bei seinen Babys ist. Und tatsächlich stellte ich das Phänomen noch ein paar Male fest in den folgenden Tagen. Überhaupt fand ich die Schmerzen sehr anstrengend und die Nachwehen sehr unangenehm. 😦

Zurück auf der Station war ich in einem riesen Chaos. Die Station zog ausgerechnet an dem Tag um in eine modernisierte Station ein Stockwerk tiefer. So wurde mein Schrank geleert und lag auf meinem Bett und keine der Schwestern hatte so richtig Zeit. Es wäre z.B. auch ganz gut gewesen mal Milch zu pumpen oder Ähnliches. Ich hatte etwas Frühstück und telefonierte mit Freunden.
Einer meiner Bettnachbarinnen fiel auf, dass mein Urinbeutel fast voll war. Ich musste dann mal klingeln, damit sich jemand auch mal darum kümmert… Es war wirklich sehr chaotisch auf der Station. Ich wollte dann auch zu meinen Babys zurück. Auch das ging nicht, weil keiner Zeit hatte mich vorher noch umzuziehen… Alles komisch. Insgesamt verstrich der ganze Vormittag und dann wurde ich Mittags irgendwann endlich umgezogen auf die neue Station. Mein Mann war vormittags nach Hause gefahren um ein paar Sachen zu packen für das Familienzimmer und um sich frisch zu machen. Er kam dann schnellstmöglich zurück und ich schickte ihn zu den Mädchen. Ich glaube er durfte zusehen beim Baden und auch selbst wickeln. Das war sicher ein schöner Moment für ihn.

Nachdem ich umgezogen war in ein komplett neues schönes Elternzimmer zusammen mit meinem Mann, wollte ich den Rest der Zeit gerne bei meinen Babys verbringen. Ich hatte sie ganz viel auf der Brust. Das war sehr heilsam. Der Kopf von Kind 2 war leicht verformt durch die CPAP-Maske. Das war alles sehr erschreckend und unheimlich. Überall Geräte und Zugänge. Auf dem Körper klebten drei Sonden, die die Vitalfunktionen maßen und am Fuß klemmte ein Messgerät für die Sauerstoffversorgung im Blut. Uns wurde viel erklärt. Ich durfte übrigens auch gleich nach der Geburt beide Babys anlegen (noch in der Nacht bzw. am frühen Morgen). Das war allerdings sehr unbeholfen. Die Schwestern legten mir beide Babys an. Sie nahmen meine Brust in die Hand und stopften halfen mir sie den kleinen Mini-Babys in den Mund zu stecken. Eine Situation, die ich ehrlich gesagt als sehr entwürdigend empfand. Ich weiß, dass sie es gut gemeint haben, aber ich war ja das erste Mal Mutter. Hatte noch keine Stillerfahrungen und sollte nun zwei Mini-Babys stillen. Gleichzeitig. Ich war total überfordert beide zu halten und gleichzeitig zu wärmen und dann hatte noch jede der Schwestern eine meiner Brüste in der Hand… es ging gar nichts. Die Mädchen wurden unruhig und sicher auch weil ich die Situation einfach nur unangenehm fand. Ich hätte es schöner gefunden erstmal nur ein Baby stillen zu können. Das Zwillingsstillen ist wichtig (keine Frage), aber um das Stillen zu „lernen“, wäre das auf jeden Fall der bessere Weg gewesen. Zumindest für mich.

Ich habe noch gar nicht erwähnt wie klein meine Mini-Babys eigentlich waren. Kind 1 hatte 1,8 kg und Kind 2 hatte 1,4 kg. Sie waren beide etwas mehr als 40 cm klein. 😦

Ich durfte immer wieder mal Anlegen. Ich hatte dann auch die Kraft die Schwestern zu bitten mir nur ein Baby anzulegen. Das klappte dann besser, aber die Zwei waren zu schwach und müde um tatsächlich zu stillen und die Milch in Gang zu bringen. Ich durfte dann pumpen. So richtig gezeigt hat mir das keiner. Nach drei Tagen hatte ich immernoch keine Milch. Nicht sehr feinfühlig wurde ich drauf hingewiesen, dass nun die Babys Pre-Nahrung bekommen werden, wenn ich es eben nicht schaffe Milch zu produzieren. Mich machte das fertig. Die Schwestern auf der Wochenbettstation bekamen meine Verzweiflung mit und nun bekam ich Hilfe. Sie gaben mir auch irgendwelche Magen-Tropfen und dann floß bald endlich das weiße Gold und damit hätte ich noch zwei weitere Babys füttern können. Wenigstens eine Sache, die wirklich gut lief. 🙂 Es war so ein schönes Gefühl, dass meine Babys meine Milch bekamen und es war sehr interessant zu sehen wie sich die Farbe meiner Milch im Laufe der kommenden Tage veränderte. Die Pumperei fand ich aber überhaupt nicht angenehm und habe nach etwa 5-6 Wochen damit aufgehört und nie wieder gepumpt, weil ich es schrecklich fand. Meine Mädels haben dann endlich beide an der Brust gestillt. Sobald wir zu Hause waren, war es in kurzer Zeit geschafft beide auf die Brust umzugewöhnen. Kind 1 innerhalb von einer Woche. Kind 2 über Stillhütchen und dann ohne Hütchen innerhalb von etwa 3 Wochen.

Im Krankenhaus verbrachten wir insgesamt drei Wochen. Ich war sehr froh, dass es nicht 7 Wochen waren. Das stand in dem Buch über Frühchen, das ich gelesen hatte, dass man sich auf einen Krankenhausaufenthalt von etwa der Zeit einstellen soll, die die Kinder zu früh geboren wurden.
Nach zwei Wochen durfte Kind 1 ins Wärmebettchen und einen Tag später auch Kind 2 dazu. Endlich waren sie wieder vereint. Sie durften zusammen in einem Wärmebettchen liegen. Es wurde mir warm ums Herz sie endlich wieder zusammen zu sehen.CIMG4341
Auch im Brutkasten durften sie ein paar Stunden zusammen liegen, weil auf der Frühchenstation nicht genug Blaulichtlampen zur Verfügung standen, um die Neugeborenengelbsucht zu behandeln, so dass die Mädchen zusammen in einen Brutkasten gelegt wurden. Warum das nicht auch ohne die Behandlung ging, ist mir ein Rätsel. Ich hätte noch beharrlicher darauf bestehen sollen, denn es war einfach ein sehr herziger Anblick sie zusammenliegen zu sehen.

Im Rückblick fand ich unseren Krankenhausaufenthalt wirklich schlimm. Ich habe viel geweint und war verzweifelt. Mir fehlte die Kraft mich zu wehren. Mir fehlte die Zeit mich um mich zu kümmern. Ich verbrachte etwa 18 Stunden bei meinen Mädchen. Ich sang für sie. Las ihnen vor. Ich hatte sie auf der Brust oder hielt ihre Händchen. Streichelte. Die restlichen 6 Stunden verbrachte ich mit Essen, wenn ich es nicht vergaß und mit Schlafen. Ich pumpte die Milch bei den Mädchen, denn dann lief es am Besten. Nach 10 Tagen Wochenbettstation kam ich in ein kleines Appartment für Eltern, die bei ihren Kindern im Krankenhaus bleiben. Das war schön. Ich verbrachte dort aber nur Zeit, wenn ich schlief.

Die Mädchen nahmen gut zu. Mussten aber über die Magensonde ernährt werden, weil sie viel zu müde zum Stillen waren. Und die Gelbsuchtwerte waren nicht gut. Ansonsten ging es ihnen sehr gut. Kind 2 verbrachte nur 24 Stunden am CPAP und konnte dann alleine atmen. Immer wieder musste mal ein neuer Zugang gelegt werden oder eine neue Magensonde eingeführt.
Am Schlimmsten aber fand ich zwei Untersuchungen. Einmal war es der Hüftultraschall von Kind 2. Ich hatte darum gebeten bei allen Untersuchungen dabei zu seien. Sie war ein paar Tage alt. Wir kamen in einen Untersuchungsraum. Es war das erste Mal, dass ich sie überhaupt einfach so auf dem Arm hatte und trug. Sie bepullerte sich während der Untersuchung und lag dann klein und nackig im Kalten. Die Oberärztin machte einen Ultraschall. Dann machte die zweite Ärztin einen Ultraschall. Meine Kleine weinte dann und die Ärztin sagte ich kann mit ihr zurück zum Brutkasten gehen. Ich nahm mein 1,5 kg Baby und trug sie zurück zur Neo durch den gesammten Kinderkrankenhaus Wartebereich. Es war eine schreckliche Situation. Ich hatte Sorge, das meine Kleinste sich mit irgendwas ansteckt. Wenn man in die Neo wollte, dann musste man sich Hände und Arme desinfizieren, aber hier durfte ich sie an allen kranken Kindern vorbeitragen?
Erst später wurde mir bewusst, dass die Oberärztin der zweiten Ärztin erklärt hat wie man den Ultraschall macht. Mein Baby wurde also als Lehrmaterial benutzt gebraucht. Ich fand das unmöglich. Sie war die Kleinste auf der ganzen Station. Hatten die kein größeres fitteres Baby an dem die junge Ärztin das lernen kann? Ich war stinksauer. Leider hatte ich überhaupt keine Kraft mich zu wehren und meiner Wut Gehör zu verschaffen. 😦

Die zweite schlimme Untersuchung (von vielen Anderen natürlich) war ein Herzultraschall. Bei der U2 wurde ein Herzgeräusch festgestellt und mir wurde gesagt, dass sie einen Ultraschall machen werden. Ich habe ausdrücklich gesagt, dass ich dabei sein möchte.
Nun war ich quasi immer bei den Mädchen. Nur zum Essen und zum Schlafen verließ ich die Station. Wie schon erwähnt waren das ungefähr 6 von 24 Stunden, die ich nicht dort verbrachte… Ich ging also schlafen und wurde vom Telefon geweckt. Der Ultraschall würde jetzt gemacht werden, ob ich wirklich noch dabei sein will… ich müsste mich aber beeilen, denn die Ärztin hat mein Baby schon in der Hand.Was soll denn das? Ich zog mir schnell einen Bademantel über und lief durch das Krankenhaus zur Neo. Dort angekommen war der Schall schon fast fertig. Alles ok mit meinem Babyherzchen. So ein Glück!
Aber wäre es denn so schwer gewesen den Ultraschall zu machen, wenn ich nicht schlafe? Oder mir wenigstens die Möglichkeit zu geben tatsächlich dabei zu sein? Ich meine ich bin ja nur die Mutter.
Es macht mich noch immer ganz wütend, wenn ich dran denke.

Ich fand unseren Aufenthalt im Krankenhaus sehr stressig und beunruhigend. Ich war so froh, dass wir nach genau drei Wochen nach Hause durften. Ich habe allerdings auch ein bißchen gedrängelt, dass ich gehen möchte. Zu Hause hatte ich endlich Ruhe und Zeit meine Mädchen an das Stillen zu gewöhnen und es war einfach schön. DSC03334Um ihnen das Ankommen zu Hause zu erleichtern, habe ich sie gleich erstmal nackelig auf meine Brust gelegt, das kannten sie ja aus dem Krankenhaus.

Im Nachhinein hatten wir eine ganz gute Betreuung im Krankenhaus. Ich habe schon viel Schlimmeres gehört, aber optimal war es nicht.
Für mich war übrigens wenig Zeit. Ich hatte kaum Zeit über Schmerzen und Heilung meiner Narbe nachzudenken. Als wir dann zu Hause waren und die Hebamme regelmäßig kam, konnte ich mich endlich auch mal ein bißchen auf mich konzentrieren und sie half mir natürlich die Zwillinge an die Brust zu bekommen.
Ein großes Danke an meine damalige Hebamme Katja. 🙂

Gastbeitrag: Kaiserschnitt unter Vollnarkose

Und wieder ein Geburtsbericht für Euch. Die Geburt meines Großcousins war anders als geplant ein Kaiserschnitt.

Geburtsbericht

Nach einer problemlosen und schönen Schwangerschaft begannen tatsächlich genau am voraussichtlichen Entbindungstermin früh ca 5 Uhr die Wehen.
Es war erstmal nur ein Ziehen, aber eben ein regelmäßiges Ziehen.
Ich war entspannt und döste noch bis um 6 vor mich hin. Dann klingelte der Wecker, denn mein Freund musste auf Arbeit.
Ich sagte ihm, dass ich Wehen habe, wollte aber auf keinen Fall, dass er zu Hause bleibt.
Er ging auf Arbeit und schickte seine Eltern bei mir vorbei.
Aus irgendwelchen Gründen hatte ich im Gefühl, dass sich trotz der Wehen noch nicht viel tun wird.
Ca. 9 Uhr fuhren mich meine Schwiegereltern in Spee zu meiner Frauenärztin.
Diese machte ein CTG und teilte mit, dass die Wehen noch nicht regelmäßig und noch nicht sehr stark sind aber dass es gut möglich ist, dass das Kind heute noch kommt.
Um mich abzulenken, waren wir dann noch frühstücken.
Danach haben wir uns mit meiner Schwester getroffen und waren spazieren.
Auch da waren die Wehen noch erträglich. Nach dem Spaziergang gingen wir zurück in unsere Wohnung.
Ich hatte an diesem Tag noch einen Termin mit einem Finanzberater, auch den nahm ich noch wahr und freute mich über die Ablenkung.
Nach dem Termin ca. 18 Uhr wurden die Wehen wirklich schmerzhaft, um einen besseren Überblick zu bekommen lud ich mir eine WehenApp herunter und stoppte Wehenzeit und die Pausen.
Keine Pause und keine Wehe waren wirklich gleich lang. Als mein Freund wieder zu Hause war, verabschiedeten sich seine Eltern und meine Schwester.
Wir redeten und schauten fern, um 22 Uhr legte mein Freund sich schlafen.
Ich verbrachte die Nacht vor dem Fernseher und in der Badewanne.
Die Wehen waren schmerzhaft aber teilweise in größeren Abständen von 15 Minuten.
Ich dachte an meinen Freund und wie kaputt er von der Arbeit war, ich wollte ihn nicht wecken und sagte mir, ich müsse bis ca. 6 Uhr durchhalten, damit er genügend Schlaf hat.
Gerade als ich ihn wecken wollte stand er in der Tür und ich teilte ihm mit, dass ich nun zum Krankenhaus möchte, um schauen zu lassen ob es dem Krümel noch gut geht.
Im Krankenhaus angekommen gingen wir ins Untersuchungszimmer, aber wie befürchtet hatte sich noch nichts getan, erst auf Toilette ging der Schleimfropf ab.
Dem Krümel ging es gut.
Die Schwester riet mir noch spazieren zu gehen bzw. nochmal nach Hause zu fahren.
Ich hatte noch ein Gespräch mit dem Arzt, unterschrieb schon mal alle Unterlagen und dann fuhren wir wieder zurück und ich verbrachte den halben Tag mit Baden.
Erst abends wollte ich, auf Grund der Schmerzen wieder zurück ins Krankenhaus.
Bevor wir reingingen machten wir noch einen Spaziergang und aßen etwas.
Ich hatte häufig Wehen und dolle Schmerzen, aber ahnte schon, dass der Muttermund sicher nicht sehr weit auf war.
Tatsächlich hatte sich der Muttermund nach 38h Wehen nur 1 cm geöffnet.
Zum Glück erhielt ich ca 21 Uhr wenigstens einen Schmerztropf, ich war wie benommen.
23 Uhr hatte sich der Muttermund um 5 cm geöffnet, das veranlasste die Schwester die Fruchtblase zu öffnen. Nun sollten die Wehenpausen kleiner werden. Das taten Sie allerdings nicht und ich freute mich über jede Pause.
Die Schwester wollte mir einen Wehentropf geben, dies lehnte ich ab.

Ich wollte eine PDA, ich konnte die Schmerzen nicht mehr ertragen, ich hatte das Gefühl mein Becken explodiert. Sie riet mir davon ab und meinte, dass in der letzten Phase auch die PDA nicht hilft. Ich quälte mich also und dachte immer, ich halte es nicht länger aus.
Nun riet mir auch mein Freund dazu den Wehentropf zu nehmen, ich müsse ja doch früher oder später da durch. Also stimmte ich zu.

Ich war sehr mit mir selbst beschäftigt und achtete nicht mehr auf das CTG.
Aber irgendwas war anders, im nächsten Moment stand eine Frau vor mir und stellte sich als Oberärztin vor und teilte mir mit, dass Sie mir ein Wehenhemmer spritzen würde und ich mich 1 Mal nach rechts und 1 Mal nach links drehen solle.
Ich wusste sofort das was nicht stimmt und nun wusste ich auch, was anders war, ich hörte keine Herztöne mehr, bzw. nur sehr leise.
Wieder einen Moment später standen noch mindestens 3 weitere Personen neben meinem Bett und ein Narkosearzt stellte sich als solcher vor und teilte mir mit, das ich tief ein und ausatmen solle.
Dies tat ich. Ich begann zu zittern und hatte auf einmal unheimliche Angst, dass mit der Sauerstoffversorgung des Krümels irgendwas nicht in Ordnung sein könnte.
Ich wurde auf ein anderes Bett gelegt und aus dem Zimmer in den OP gefahren, ich erhielt Anweisung zum weiteren tiefen ein und ausatmen und bekam noch mit, wie mein Bauch mit Desinfektion bestrichen wurde und Tücher drumherum gelegt wurden.

Dann wachte ich auf mit den Worten, mein Bauch tut so weh, mein Bauch tut so weh.
Es war ca. 9 Uhr als 2 Schwestern neben mir standen und mir mitteilten, dass Sie mich mit auf die Station nehmen würden.
Dort wurde ich wieder an sämtliche Geräte angeschlossen, was richtig ätzend war, da es ein wahnsinnig heißer Tag war und meine Gedanken nur noch bei meinem Kind waren, ich wollte zu ihm und es war für mich das Schlimmste, dass er nicht bei mir war.
Als mein Freund reinkam mir erzählte, dass es dem Süßen gut geht und mir Fotos zeigte war ich überglücklich.
Der Süße hatte einen Nabelschnurknoten, welcher der Grund für die schlechten Herztöne war.

Ich konnte es nicht glauben, das dieser große Junge (55 cm und 3840 gramm schwer) tatsächlich in MEINEM Bauch war.
Zur Info, ich bin 1,70 m groß und wog vor der Schwangerschaft 57 kg.
Die Schwester war super nett, holte mir Frühstück und half mir, zusammen mit meinem Freund in den Rollstuhl. Ich wollte unbedingt auf die Neo um den Süßen zu sehen, leider scheiterte der 1 Versuch, mein Kreislauf machte nicht mit und ich verlor Unmengen an Blut direkt vor dem Bett.
Mir war schwarz vor Augen aber nach einer 5 minütigen Pause habe ich es nochmals versucht und nun klappte es.
Ich saß im Rollstuhl, schnell eilten wir zu unserem Süßen.
Ich konnte es nicht glauben, wie schön mein Kind ist und wie erfüllend und unendlich groß die Mutterliebe ist, die mich in diesem Moment überkam und bis jetzt anhält.

Wir verbrachten ca. eine halbe Stunde dort und 1 Stunde später kamen wir zusammen auf ein Zimmer.

Gastbeitrag: Hausgeburt nach Fehlgeburt

Heute gibt es für Euch einen weiteren Geburtsbericht einer lieben Freundin von mir.
Los geht’s:

Danke!

Wer hätte gedacht das wir überhaupt so weit kommen…

Weihnachten 2011 hieß es nach etlichen Untersuchungen, Ultraschall, Blutabnahmen und Überwachungen meines Zyklus, dass wir ohne Hilfe keine Kinder kriegen werden. Tolles Weihnachtsgeschenk…

Mir war schnell klar, so hart es ist, aber ich will keine Hormonbehandlung und schon gar keine künstliche Befruchtung. Wenn es mir nicht gegönnt ist eigene Kinder zu bekommen, so wusste ich dass wir auch auf anderen Wegen Eltern sein können.

Im Mai 2012 dann die erste große Überraschung, ich bin schwanger! Ohne Hilfe, ohne Ärzte, aber mit dem Vertrauen in die Natur und meinen Körper, dass er weiß was richtig ist.
Im Juli 2012 der erste große Ultraschall. Wir haben die Nacht zuvor bei meinen Eltern übernachtet, weil meine Frauenarztpraxis direkt um die Ecke war. Weil Sebastian aber arbeiten musste, fragte ich am Abend meine Eltern ob einer von ihnen mitkommen würde zum Termin…ich wollte auf einmal nicht alleine sein bei der Untersuchung…

Dieses Gefühl überkam mich nicht ohne Grund! Die Ärztin konnte bei der Ultraschalluntersuchung keinen Herzschlag mehr bei unserem Kind feststellen. Unser Kind, Bruno (obwohl wir nicht wissen ob es ein Mädchen oder ein Junge ist, wurde es von unseren besten Freunden so getauft und auch immer so genannt, wenn wir den Bauch streichelten) ist im 4. Monat eingeschlafen und lebt seitdem in unseren alltäglichen Gedanken!

Die Trauer war sehr groß und die nächste Zeit sehr schwer für uns. Aber wir waren sehr schnell voller Dank zu Bruno!
„Wir danken dir, dass du uns gezeigt hast, dass wir ganz natürlich schwanger werden können und danken dir für die wundervollen Wochen mit dir. Danke!“

Ich danke dir, dass ich nun doch meine Ausbildung ohne Babypause, beenden konnte. Ich danke dir, dass ich endlich den Mut hatte die Zahn-OP über mich ergehen zu lassen.
Wir danken dir, dass du uns noch mal ganz klar gezeigt hast, dass wir eine Familie gründen und sein wollen.
Danke kleine Bruno!

Der Druck war nun sehr groß. Wir wollten schnellst möglich wieder schwanger werden…

Heute ist uns klar, so konnte das nix werden!
Die Zeit verging und vor allem ich musste lernen los zu lassen und nicht kontrollieren und bestimmen zu wollen.

Rebecca, unsere Hebamme (ihr kennt sie schon aus Anitas Bericht), hatte immer ein offenes Ohr für uns. Sie begleitete uns schon in der Trauerzeit um Bruno und stand auch jetzt jederzeit mit Rat und Tat an unserer Seite. Sie empfahl mir zwei Tees, die ich über ein paar Wochen hinweg trinken sollte.
Ich trank den ersten (Nestreiniger-Tee) knapp 8 Wochen und stieg dann von heut auf morgen auf den zweiten um (leider weiß ich nicht mehr welcher es war)…2 Tage später, es war der 14.02.2013 (Valentinstag) wusste ich woher der Impuls kam! Ich war wieder schwanger! Und wieder nur mit dem Glauben an mich, meinen Körper und die Natur, den ich zwischenzeitlich verloren hatte, aber dank Rebecca wiedergefunden habe.

Rebecca begleitete uns nun von Anfang an. Sie nahm Blut ab um die Schwangerschaft zu bestätigen. Sie machte alle Vorsorge Untersuchungen, sie hörte mit uns die ersten Herztöne ab, spürte die ersten Bewegungen mit uns und kümmerte sich liebevoll um alle Wehwehchen, körperlich und seelisch. Insgesamt war ich dreimal beim FA. Um die 11. Woche herum, weil ich ins Beschäftigungsverbot musste (für mich war es ein „durfte“). Die Ärztin hat auf meinen Wunsch nur mit ihren Händen untersucht. Sie hat mich nochmals aufgeklärt über die Möglichkeiten der Vorsorge, urteilte aber nicht in einem Wort über meine Entscheidung, sondern stärkte mich in meinem Vertrauen in meinen Körper und meinen Instinkten. Die zweite Untersuchung war die Feindiagnostik. Unser erster Ultraschall. Er dauert ca. 7-10 min. Wir wollten nur wissen ob Herz und Lunge gut entwickelt sind und einer Hausgeburt nix im Wege stehe. Große Anspannung bei uns beiden… ich zögerte noch ob es wirklich gut ist diese Untersuchung zu machen? Oder will ich auf diesen Ultraschall auch verzichten? Nein! Sebastian hat aus Liebe zu mir auf so vieles verzichtet an Vorsorge, diesen einen Ultraschall machen wir! Alles ist okay mit unserem Baby! Und, wir erwarten einen Jungen!

Beim Geburtsvorbereitungskurs meinte Rebecca: „…zu diesem Zeitpunkt der Schwangerschaft, sollten wir unser Baby ungefähr 10 mal am Tag kräftig spüren…. Sebastian fragt mich: „Zählst du auch wie oft er tritt?“ Ich antwortete ihm: „Ja! Aber ich zählte die Momente in denen ich ihn nicht spüre!“
Zum Ende der Schwangerschaft bestätigte Rebecca uns, dass wir ein sehr aktives Baby haben!

3 Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin sind wir umgezogen. Die Nacht vor dem Umzug habe ich nicht geschlafen…bitte, bitte nicht heute Nacht! Bitte lass uns noch umziehen und dann darfst du kommen!
Der Umzug ging 1,2, Fix über die Runden. Jetzt darfst du kommen Mäusebär.
Die erste Nacht in der neuen Wohnung verging.
Die 2.
Die 3.
Die 4.

Heute ist der Entbindungstermin! Und es passiert nix! Ich will nicht mehr! Ich will wieder schlafen können! Der Bauch war so groß und schwer und das Baby verschaffte sich ohne Rücksicht Platz im Bauch.
2. Tag nach ET. Die Herztöne sind nicht optimal. Zur Kontrolle fahren wir ins Krankenhaus. Mein größter Alptraum! Im KH war das CTG dann wieder top. Damit auch der Papa wieder entspannt ist, machen wir noch einen Ultraschall. Unser 2. Und insgesamt 3. Ärztliche Untersuchung. Ich bitte die Ärztin keine Größe und kein Gewicht zu nennen. Alles okay. Die Ärztin hätte gerne eingeleitet, aber 3-4 Tage im KH zu warten ob was passiert, nein danke! Warum auch wenn alle Werte in Ordnung sind!?

Wir probieren was:
Indisch essen, heiße Wanne und ein Glas Rotwein. (ein halbes Glas habe ich geschafft, da habe ich mich wie nach eine halben Flasche gefühlt). Es passiert nix…

Tag 7 nach ET.
Tag 8,9,10,11 nach ET…
Ich will nicht mehr und schon gar nicht will ich ins KH und dort entbinden!!!

Tag 12 nach ET. Akupunkturnadeln, Öle, Gewürze, nix hat angeschlagen…Aber ein Versuch haben wir noch bevor es zur Einleitung ins KH geht!

Tag 13 nach ET. Ich habe mir ins Abendbrot Rizinusöl gemischt. Das war um 19:00Uhr.
20:00Uhr; ich fühle mich wie immer. Bauch ist schwer, das Baby tanzt im Bauch und ich weiß nicht ob ich liegen, sitzen oder stehen schlimmer finde …
21:00Uhr; nix hat sich verändert…
22:00Uhr; noch immer tut sich nicht. Nicht mal aufs Klo muss ich.
22:50Uhr; nichts ist passiert. Okay, sehr schade. Mein Wunsch den Kleinen zu Hause zu bekommen erfüllt sich nicht. Wenn er sich dazu entschieden hat das das KH der bessere Ort für uns ist. Dann werde ich das jetzt akzeptieren müssen. Es ist klar, morgen früh um 08:00Uhr, fahren wir ins KH und leiten die Geburt ein. Jetzt sind wir müde vom Warten. Wir gehen Zähne putzen und ab ins Bett.

22:53Uhr; ich lege mich ins Bett und decke mich zu… “puh“, so schwer fiel es mir bisher nicht mich hin zulegen. Ich muss tief durchatmen um wieder zu Luft zu kommen.
22:58Uhr; schon wieder. Ich muss tief durchatmen!

Ich: „Schatz! Irgendwas ist anders!“
Sebastian: „Vielleicht doch Wehen?“
Ich: „Nein, das waren gerade mal 5 min Abstand!!!“

Wir lassen trotzdem mal den Wehenzähler mitlaufen…

Es sind Wehen!!! Alle 5 min und zunehmend stärker!

Aber so kann ich doch gar nicht schlafen!? Ich soll doch die Pausen nutzen!? Und was ist mit der Kürbissuppe die ich vorgekocht hatte!? Wie soll ich die denn bei dem Wehen Abstand aufwärmen?

00:30Uhr; Anruf bei Rebecca. Ich kann vor Schmerzen kaum sprechen. Sie macht sich auf den Weg! Sie ist da!!

Rebecca: „Wir bekommen jetzt ein Baby Tessa!“ Ich sage unter Tränen „Ja“.

„Oh! Was war das?“, fragte ich laut. „Es hat gerade geknallt im Bauch!?“ Blasensprung! Eins der schönsten Gefühle, die ich erleben durfte.

Rebecca sagt direkt, knie dich auf den Boden. Ich geh runter. Rebecca schiebt mir Handtücher zwischen die Beine. Aber so viel wie erwartet war es nicht. Es blieb alles in Schlüpfer und Hose…

Wehenabstand mittlerweile 3 min. Rebecca untersucht mich. Liegen ist die Hölle. Ich will nicht liegen ich will laufen…ich laufe zwischen Bad und Wohnzimmer auf und ab. Ich war froh dass Rebecca da ist. Aber ich will niemand bei mir haben. Sebastian und Rebecca sitzen im Schlafzimmer, wo unser Baby zur Welt kommen soll. Beide schauen etwas Fern, quatschen und trinken Kaffee. Ich überlege ob mich das nervt? Will ich dass sie schweigend da sitzen? Will ich sie bei mir haben? Was will ich gerade überhaupt? Die nächste Wehe. Ich quietsche jedes Mal und muss mich auf die Zehenspitzen stellen und laufen…Es wird immer schmerzhafter. Ich kann die Wehen nicht zulassen und verkrampfe mich. Rebecca kommt mich unterstützen. Sie hält mich und atmet mit mir. Sie sagt: „Wehen zulassen und wieder gehen lassen!“ Ohja, Kinderkriegen ist nicht leicht!!

Mir ist schlecht. Immer wieder hänge ich über dem Klo, aber nix passiert…

„So ein Scheiß!! Das tut sooo weh!!“, ich schreie und weine. Sebastian erzählte mir hinterher dass Rebecca ihm ziemlich genau sagen konnte was ich als nächstes tue und sage bzw. schreie. Das fanden wir beide sehr amüsant.

Wir probieren eine warme Wanne… Gar nicht gut! Mir wird schwarz vor Augen. Also wieder raus. Ich habe keine Ahnung wie ich da wieder rausgekommen bin…
Ich komme zu mir… „Ich habe mich übernommen! Ich will ins KH, ich will eine PDA! Bitte Rebecca!“
Wir sind natürlich nicht ins KH! Rebecca hatte meine Gefühle und Hormone schnell wieder unter Kontrolle.

Rebecca untersucht mich… es kommt mir vor als wenn ich alle paar Minuten liegen soll. Es ist sehr unangenehm und ich will sofort wieder aufstehen, aber Rebecca will nach sehen wie weit der Muttermund offen ist. 7cm in 1 Stunde.

Es kommen noch einige schmerzhafte Wehen. Ich laufe noch immer zwischen Bad und Wohnzimmer hin und her. Und wieder kommen die Fragen… „Warum ist keiner bei mir? Hier spielt die Musik! Ach nein, es ist gut so! Bitte fasst mich nicht an und lasst mich in Ruhe“, denke ich mir.

Rebecca guckt noch mal nach dem Stand der Dinge….

Sebastian nimmt mich in den Arm. Die nächste Wehe. Ich hänge mich in seinen Arm (ein tolles Gefühl, wie er mich hält und mir Kraft gibt)…irgendwie ist es in diesen Moment anders!? „Es drückt!?“, sage ich. Rebecca sagt ich soll mich in den Vierfüßler hocken. Das war auch meine Wunsch Position für die Geburt…

Rebecca schaut nun von unten…Meine größte Angst in diesem Augenblick, ich kacke Rebecca ins Gesicht! Immer wieder denke ich: „Bitte Rebecca komm da weg. Ich muss mich entleeren und kann es nicht steuern. Bitte komm da weg!“
Tja, hätte ich das mal laut gesagt! Denn hinterher erzählte ich es Rebecca und sie lachte! Sie hätte mir in dem Moment nämlich gesagt, dass es gar nicht geht! Das Baby hat sich soweit nach hinten geschoben, dass es mein Po-Loch komplett dicht gemacht hat.
Rebecca geht kurz raus aus dem Schlafzimmer. Jetzt sind die Wehen sehr angenehm! Es drückt stark, aber ich habe keine Schmerzen mehr. Ich bin wieder bei mir. Habe das Gefühl, wieder Kontrolle über meinen Körper zu bekommen und nun endlich auf einer Welle mit dem Baby zu sein. Ich kann wieder sprechen, denken, hören UND lachen!!! Ich höre dass Rebecca telefoniert… Sie gibt der 2. Hebamme Bescheid und ich höre das erste Mal, dass mein Baby etwas größer sei… Blitzartig schießen mir Gedanken durch den Kopf… „etwas größer“, „ein sehr großes Baby“, „4,5kg oder sogar 5kg schwer“, „du wirst bestimmt reißen“, „jetzt wird es doch nochmal sehr schmerzhaft und anstrengend“
„HALT STOP!“, sage ich mir. „du hast immer gesagt, ob 2,5kg oder 4,5kg, wehtun wird es so oder so! Und jetzt freust du dich, denn jetzt kommt dein Sohn auf die Welt!“

Jetzt ging alles noch viel schneller. Ich will erzählen und quatschen aber die Wehen kommen zu schnell nach einander. Hin und wieder ziept es ganz schön, dann sagt Rebecca immer ich solle mal hin fassen, das Köpfchen ist schon da. Aber ich will nicht.

Rebecca holt etwas und spricht mit Sebastian. „Jetzt schnell“, sage ich mir. Ich fasse mir zwischen die Beine und … na toll, nur die in Kaffee getränkete Binde (entspannt den Damm und hilft dabei dass er sich dehnt). Zwei Wochen später erfahre ich, dass es doch das Köpfchen war bzw., die zusammen geschobene Kopfhaut.
Und wieder geht alles nochmal schneller… Ich muss nur noch wenige Male pressen und er schiebt sich durch.

Um 03 Uhr morgens hob ich unseren Sohn auf meinen Arm. Er ist da! 13Tage nach Entbindungstermin, erfüllte er mir meinen Wunsch. Eine entspannte, ruhige, geborgene und selbstbestimmte Geburt in unserem schöne, neuen zu Hause!

Die nächsten Augenblicke sind nicht in Worte zu fassen…

Er weint und liegt auf meiner Brust, ich soll mich setzten. Bekomme aber meine Beine nicht nach vorne, ich spüre sie gar nicht… aber irgendwie hat es dann doch geklappt…
Sebastian sitzt neben uns. Wir reden mit unserem Sohn, begrüßen ihn.

Mir fällt gerade auf, das ich unsere beiden Kater noch gar nicht erwähnt habe! Beide waren die ganze Zeit an meiner Seite und haben mich begleitet. Alex, unser alter Herr, lag bei mir am Kopf. Ich durfte mich auf ihn legen, als sei er ein Kissen, das mich stützt. Unser jüngerer, ängstlicher Kater lag unter dem Bett und beobachtete das Geschehen zwischen meinen Beinen.

Als unser Sohn etwa 10-15 min auf der Welt ist, klingelt es an der Tür…
„Hä? Wir haben doch noch niemanden Bescheid gegeben, oder?“ „Ach, nee! Die 2. Hebamme. Die hatte ich schon ganz vergessen…“

Ich, nein wir! kommen langsam im Jetzt und Hier an… Rebecca sagt zu mir: „Du musst jetzt erstmals duschen, dein Sohn hat dich angekackt.“ Ich muss lachen und denke mir „so viel zum Thema, >ich will Rebecca nicht ankacken!<“

Sebastian hat die Nabelschnur schon durchgeschnitten und nimmt unseren Sohn auf den Arm. Rebecca und ich gehen duschen…

Wow, ich bin baff! 4 Stunden, das war sehr schnell… die Hebammen verabschieden sich und wir liegen noch lange mit dem Kleinen und den Katern im Bett… Er ist so wundervoll!

Liebe Rebecca, ich kann es nur immer wieder, und wieder, und wieder sagen: „Danke!“
Es war eine wundervolle Hausgeburt und sicherer hätte ich mich nirgends fühlen können!

Sprachentwicklung – 18 Monate

Die Jüngste ist nun bald 1,5 Jahre alt.

Sie kann bereits viele Worte und sich immer besser verständigen. Wohlmöglich versucht sie noch viel mehr Worte nachzusprechen und ich verstehe es nur nicht… Mein Mann versteht ihre Worte noch besser als ich obwohl oder vielleicht gerade weil er weniger Zeit mit ihr verbringt als ich.

Meine Vermutung ist ja, dass Männer besser lallende Sprache verstehen… Aber nun Spaß beiseite.

Diese Worte konnte sie bereits bei meinem letzten Beitrag:

Katze, Müll, auf, an, AA, Mama, Papa, da, Tasse, Tee, Banane, Acocado, alle alle, die Namen der Schwestern 

Inzwischen sind dazu gekommen:

Kaffee, Wasser, Essen, Wauwau, Ente, raus, zu, Tuch (Tragetuch), Ball, oben/hoch, Oma, Opa, Onkel, heiß, Auto, schaukeln

Der Papa und die Schwestern verstehen sie oft besser als ich. Wobei die Schwestern auch schon Worte gehört haben als sie 1-4 Monate alt war. 🙂

Wie ist das bei Euch? Verstehen andere Eure Kleinen besser als ihr selbst? Ist man als Mutter zu dicht dran? Oder muss ich mal zum Hörtest gehen?

Edit:

Hab ganz vergessen: aua, Jacke, Socke, Tschüß, auweia und oh oh. Heute erst gehört, weil sie im Laden eine Packung Eier runtergeworfen hat. 😳

Trilogie Teil 2: Die Geburt der Zwillinge

Hier könnt ihr alles über die Schwangerschaft lesen und nun geht die Geschichte weiter…

Es war also klar, dass am nächsten Tag früh um 8 Uhr unsere Babys geholt werden. Ein komisches Gefühl. Wir erzählten es Freunden und Familie und bereiteten uns seelisch darauf vor. Ich bat darum mich nochmal wiegen zu dürfen. Ich nahm nochmal Maß von meinem Bauchumfang. 🙂 Und ich wollte unbedingt nochmal duschen. Dafür brauchte ich die Hilfe meines Mannes, denn mein Bauch war schon sehr groß und die Dusche im Krankenhaus sehr klein…

Nach dem Duschen verabschiedet sich mein Mann und ich sehe noch etwas fern. Gegen 22 Uhr beschließe ich langsam mal zu schlafen trotz innerer Aufregung.
Plötzlich läuft Flüssigkeit aus mir raus. Ich bin total geschockt, weil ich gar nicht pullern musste… Ich drücke den Knopf für die Schwestern. Ein Azubi kommt. Ich sage ihr, dass ich glaube, dass ich einen Blasensprung habe und bin regungslos, weil ich total verunsichert bin. Sie sagt, dass sie da besser eine Schwester holt. Während sie rausgeht bewegt es sich in meinem Bauch und ein Schwall Fruchtwasser kommt raus. Diesmal bin ich ganz sicher, dass ich einen Blasensprung habe. Ich rufe meinen Mann an zu Hause. „Schatz, ich habe einen Blasensprung. Kommt bitte sofort wieder in die Klinik.“

Als die Schwester kommt sage ich es ihr. Sie sieht das nasse Bett und schickt die angehende Schwester los im Kreißsaal anzurufen. Sie schiebt mich im Bett aus dem Raum und ich fange an zu weinen. Ich frage sie voller Unsicherheit ob alles ok sein wird mit meinen Babys? Sie sagt ganz liebevoll, dass alles ok ist und ich jetzt meine Babys bekommen werde.

Ich konnte mich aber erst so richtig beruhigen als mein Mann im Kreißsaal eintrifft. Die diensthabende Ärztin gibt mir ein Antibiotikum und ein Wehenhemmendes Mittel und erklärt mir, dass wir bis zum Morgen warten, damit der Kaiserschnitt wie geplant stattfinden kann. Wir sollen uns versuchen auszuruhen und zu schlafen. Mein Mann bekommt ein Bett und wir versuchen zu schlafen. Wobei keiner von uns so richtig entspannt ist und dann gehen die Wehen los. Ich habe sehr schnell heftige Wehen trotz Wehenhemmer. Meine Töchter lassen sich nicht vorschreiben wie ihre Geburt ablaufen soll. Es nützt nichts. Ich kann so nicht schlafen. Nach eine Weile holt mein Mann die Hebamme. Sie untersucht mich (ich habe daran überhaupt keine Erinnerung) und sagt, dass der Muttermund schon 2 cm eröffnet ist und dass es wohl nun doch losgeht.

Sie ruft den Oberarzt an und die Oberärztin der Kinderklinik. Relativ schnell ist der OP vorbereitet und es geht los. Das Aufstehen vom Bett auf den OP-Tisch war sehr schwer. Ich hatte hefige Wehen und ich lief aus, das Fruchtwasser lief mir die Beine runter und hatte das Gefühl mein Bauch konnte das Gewicht nicht mehr halten. 😦
Dann wurde unter Wehen die Narkose gelegt. Das war sehr unangenehm. Erstens hatte ich Wehenschmerzen und ich musste nach vorne gebeugt sitzen. Zweitens war das Pieken in den Rücken nicht angenehm. Der Anästhesist hat immer wieder gesagt: „Das klappt hier nicht.“ und „Das wird so nichts.“ Sehr beunruhigend solche Sätze. Ich meine  ich war ja schon aufgeregt genug.
Dann auf einmal wurde ich hingelegt und angeschnallt. Das Tuch ging hoch und mein Mann kam rein. Es ging los. Ich war total geschockt, weil in meinem Vorbereitungsgespäch zu der Anästhesie hieß es, dass es ungefähr 15 Minuten dauert bis sie wirkt. Wo waren die 15 Minuten? Warum warten wir nicht? Hat denn das jetzt überhaupt geklappt? (Immerhin hatte der blöde Arzt die ganze Zeit gesagt, dass es nicht klappt…)
Dann ging es los. Es ruckelte sehr heftig. Ich hatte keine Schmerzen, aber ich konnte sehr deutlich merken, dass etwas mit meinem Körper gemacht wurde. Ich empfand es nicht als Geburt sondern mehr so als würden mir die Kinder aus dem Leib gerissen werden. Dann das erlösende kleinen Schreien. Und schon lief die Hebamme mit Baby 1 vorbei. Mein Mann sagt, dass sie sie gezeigt hat, aber ich erinnere mich nicht daran. Dann exakt derselbe Schrei von Baby 2 und wieder ging eine Hebamme mit Tuch und Baby in den Raum nebenan. Mein Mann blieb bei mir. Das Schreien von Beiden beruhigte mich etwas.
Warum mein Mann da nicht gleich zu den Babys konnte, weiß ich nicht und finde es blöd, aber es ist ja leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Mir war kalt und ich war traurig. In meiner Erinnerung ging das Zunähen sehr schnell und ich wurde auf ein Bett gehoben und in einen anderen Raum geschoben. Mir war sehr kalt. Ich bat um weitere Decken. Mein Mann legte seine Jacke auf meine Decke. Das ist die schlimmste Erinnerung, die ich habe. Diese Kälte und Ungewissheit. Jemand kam und fragte meinen Mann, ob er mitkommen möchte zu den Babys. Er war etwas unsicher, ob er zu unseren Kindern gehen sollte oder lieber bei mir bleiben, aber mir war es sehr recht, dass wenigstens einer von uns bei den Babys war.

Ich war dann ganz alleine in dem Raum. Es wurde dann langsam besser mit dem Frieren und ich weiß noch ganz genau, dass der Oberarzt zu mir kam und mir liebevoll über den Kopf streichelte und sagt, dass alles in Ordnung sei mit dem Babys und auch mit mir. Ich solle mir nun keine Sorgen mehr machen. Es war alles gut gelaufen. Das fand ich sehr menschlich und es half mir sehr mich zu entspannen. Der Oberarzt hatte mich die gesamte Zeit begleitet und immer den Ultraschall bei mir gemacht. An dieser Stelle gilt ihm wirklich mein Dank. Die Betreuung von ihm war wirklich gut!

baby-49003_1280

Quelle: pixabay.com

Es war geschafft. Ich war nun Mama von zwei Zwillingsmädchen.

Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich Wehen hatte und meinen Mädchen schon ein wenig darauf vorbereitet waren, dass es nun losgeht. Außerdem beruhigte es mich sehr, dass sie ihren Geburtstag quasi selbst bestimmt haben. Wohlmöglich war es wirklich Zeit geboren zu werden. Sieben Wochen zu früh. Das alles beruhigt mich.
Wenn ich hinterher über den sehr unangenehmen Kaiserschnitt sprach, dann fand ich es wenig hilfreich, wenn mir gesagt wurde, dass es ja nun geschafft sei und ich froh sein kann, dass ich zwei gesunde Babys habe…
Die Erfahrungen der Operation beschäftigen mich noch heute auch wenn die Erinnerungen langsam verblassen. Es hat aber auch gedauert bis ich das verarbeitet habe und wirklich akzeptiert habe, dass alles so sein musste und ich nichts hätte anders/besser machen können.

Am Schlimmsten fand ich die Aufklärung über die Spinalanästhesie und auch das Setzen dieser. Aber auch die Operation an sich war sehr unangenehm, denn ich erwartete nichts zu merken stattdessen merkte ich sehr wohl was da passierte. 😦

Im dritten Teil der Trilogie berichte ich Euch dann von unser Zeit im Krankenhaus.

Trilogie Teil 1: Zwillingsschwangerschaft

Ich habe lange überlegt wie ich anfange und habe mich nun entschieden den Geburtsbericht meiner Zwillinge in drei Teile zu teilen: Vor der Geburt, die Geburt und nach der Geburt werden hier im Blog in den nächsten Tagen Thema sein.

Los geht es also mit pre-natal wie man so schön sagt…

Wir wollten ein Baby. Wir haben es versucht. Wir waren schwanger. Ganz unkompliziert hat es sofort geklappt. Es war im April vor 8 Jahren. 🙂

Ziemlich schnell hatte ich mittelstarke Bauchschmerzen (so um die 6. Woche). Um die 8. Woche hatte ich meinen ersten Termin bei der Frauenärztin. Wir hatten einen großen Urlaub geplant und wollten vorher sicher gehen, dass alles in Ordnung ist.
Die Ärztin untersuchte mich und bestätigte uns die Schwangerschaft. Sie wollte keinen langen/intensiven Ultraschall machen, weil es noch so früh war. Sie war schon fertig mit dem Ultraschall als ich sie fragte ob sie sicher sei, dass es keine Zwillinge sind. Ich hatte so ein Gefühl und dann waren da die Schmerzen… Sie setzte also nochmal an und guckte und siehe da: Es waren Zwillinge.
Die Ärztin empfahl uns den Urlaub abzusagen und nicht zu fliegen. Ein Schock für uns. Mein Mann und ich waren erstmal baff und mussten das beim Lieblingsitaliener sacken lassen. Als wir später Familie und Freunde anriefen um ihnen von unserem Glück zu erzählen, waren wir dann aber doch sehr euphorisch. Zwei Mal 1-cm-Baby in meinem Bauch. 🙂

Wir sagten unseren Urlaub ab. Vier Wochen USA fielen nun leider aus. Dafür planten wir schnell um und fuhren stattdessen nach Italien mit dem Auto. Es war eine gute Entscheidung die große Reise abzusagen, denn es ging mir nicht gut. Ich war sehr SEHR müde und erschöpft. Manche Tage ging es mir richtig schlecht. Die frühe Schwangerschaft verlangte mir und meinem Körper Einiges ab. Wir hatten einen schönen Urlaub in Italien. Erst Meran, dann Mailand, danach Venedig und zum Schluß Rimini. Ich war rund um die 10. Woche und bildete mir ein, dass mein Bauch schon wächst. 🙂

In der 16. Woche gingen die ersten Sorgen los. Ich hatte Blutungen. Wir fuhren ins Krankenhaus. Im Auto weinte ich die ganze Zeit, weil ich Sorge hatte, dass ich die Babys verliere. Es war aber alles in Ordnung. Was für ein Glück. Es sollte aber leider nur einer von vielen Besuchen im Krankenhaus werden. Ich weiß nicht mehr genau wann aber rund um die 20. Woche hatten wir den Termin bei der Feindiagnostik. Der Arzt war nicht der Feinfühligste. Er erklärte uns, dass unsere Babys sich eine Plazenta teilen und ein Zwilling kleiner ist. Das könnte alles mögliche Schlimme bedeuten und ich soll froh sein, wenn ich bis zur 30. Woche komme. Ich müsste nun regelmäßig antanzen und streng untersucht werden und ich soll mir schonmal eine passende Klinik aussuchen. Na wunderbar. Ich war fix und fertig.

Ein paar Tage später war ich bei meiner Frauenärztin und sie beruhigte mich etwas. Sie telefonierte mit der Feindiagnostikpraxis und bat um einen anderen Arzt (den sie kannte) und sie stellte klar, dass man mit ihrer Patientin (mir) bitte etwas einfühlsamer umgehen soll. Es war sehr ungewohnt so von einer Ärztin unterstützt zu werden und tatsächlich war mein zweiter Besuch in der Praxis sehr viel angenehmer. Aber meinem Baby ging es leider nicht besser.

Beim nächsten Termin wurde ich eingewiesen ins Krankenhaus zur Lungenreifespritze. Das gefiel mir nicht. 😦 Und meinen Babys auch nicht. Sie waren sehr ruhig während des Aufenthaltes. Ich durfte aber wieder nach Hause und die Feindiagnostikpraxis wechselte sich mit den Ultraschalls 2-wöchentlich mit dem Krankenhaus ab.

Ein paar Wochen nach dem Aufenthalt im Krankenhaus heirateten wir standesamtlich. Es war langsam dringend, denn wir wußten nicht wie lange es die Babys noch schaffen würden in meinem Bauch. 😉 Eine Woche später hatte ich einen sehr schlimmen Durchfall und musste ins Krankenhaus um wieder hydriert zu werden. Aber auch da durfte ich nochmal nach Hause für eine Woche.

Ich war nun wöchentlich zur Untersuchung und in der 30. Woche meinte der Arzt ich solle jetzt lieber stationär bleiben, damit er mich engmaschiger untersuchen konnte. Ich war begeistert. 😦 Hatte auch schon leichte Auswirkungen auf den Muttermund, so dass mir Bettruhe ans Herz gelegt wurde. Ich war nun also im 4-Bett-Zimmer mit dreimal täglichem CTG (Messung der Herztöne der Babys) und alle 3 Tage Feinultraschall voll versorgt, umsorgt und besorgt.
Es war eine Zeit voller Sorgen und Bangen um jeden Tag. Jeder Ultraschall war geprägt von der Angst um die Gesundheit der Babys und vor allem Baby 2, denn sie war das „Sorgenkind“, das unterversorgt war. Sie hatte einen auffälligen Doppler und vor allem die Durchblutung ihres Gehirns machte dem Arzt Sorgen und somit auch mir.

Ich bat darum mir die Neonatologie mal ansehen zu dürfen, denn dass meine Babys Frühchen werden, war sicher. Die Feindiagnostik Praxis verließ ich beim letzten Termin dort mit den Worten, dass ich froh sein solle, wenn wir es bis zur 32. Woche schaffen würden. Ich war nicht glücklich im Krankenhaus.
Las zwei Bücher über Frühchen, die mich sehr gut auf das kommende vorbereiteten:
Frühgeborene brauchen Liebe: Was Eltern für ihr „Frühchen“ tun können – Kornelia Strobel
Stillen von Frühgeborenen – La Leche Liga

Kann ich jedem ans Herz legen, der in einer ähnlichen Situation ist.

Einmal war die Station im Krankenhaus so überfüllt, dass sie uns eine Mutter mit Baby ins Zimmer legten. Es war der blanke Horror für mich. Diese Frau mit ihrem gesunden Baby und ich mit meinen Sorgen um die zwei ungeborenen Krümel. 😦
Wir wussten übrigens nicht, dass wir Mädchen erwarten, denn es sollte eine Überraschung sein. Wir wußten nur, dass sie eineiig sind. Somit kam Junge und Mädchen nicht mehr in Frage. Unglücklicherweise verplapperte sich der Arzt bei einer der letzten Untersuchungen. Es war ein paar Tage vor der Geburt. Er sagte zu mir: „Ihr geht es nicht so gut.“ und zeigte auf den Monitor. Sein Fehler fiel ihm sofort auf und er versuchte es zu vertuschen mit „Ich meine ihm oder ihr. Je nachdem. Wir wissen ja nix.“, aber es war zu spät. Nun wussten wir also, dass es Mädchen werden. Es war ein komisches Gefühl, denn ich dachte bis dahin dass es Jungs sind. Aber es war schön und fühlte sich richtig an.

Als wir 32+0 erreichten stellte der Arzt von Ultraschall alle 2 Tage auf täglichen Ultraschall um. Er sagte er will unseren Babys jeden Tag gönnen, aber eigentlich werden Kinder mit einem Befund wie unserem bei 32+0 geholt, weil das Risiko der Frühgeburtlichkeit geringer ist als das Risiko der Schädigung des Gehirns, aber mit der täglichen Untersuchung sehen wir Tag für Tag wie weit wir noch gehen können. Fünf Tage hat er es noch hinausgezögert, dann setzte er den Termin für den Kaiserschnitt am nächsten Tag an. Es war beänstigend und gleichzeitig sehr erleichternd, weil es nun endlich ein Ende haben sollte mit der Warterei und Bangerei.

Die Kleinste wurde auf 1100g geschätzt. Der Arzt sagte es könne auch sein, dass er sich um plusminus 400g verschätzt und sie noch deutlich weniger wiegt, daher sei ein Kaiserschnitt die sicherste Variante. Sie lag außerdem in Beckenendlage und wäre als zweites dran gewesen. Der Stress der Geburt der Schwester und dann noch die eigene Geburt wohlmöglich in Beckenendlage schien ein zu großes Risiko für eine normale Geburt. Wir waren uns da einig.
Heute denke ich manchmal vielleicht wäre es doch gegangen, aber es ist nichts rückgängig zu machen…

Bald hier mehr über die Geburt meiner Mädchen. Bleibt dran. 😉

Frühblüher 

Es geht los. Der Frühling ist in vollem Gange und die Natur beginnt aus dem Winterschlaf zu erwachen.

Als erstes begann die Hasel zu „blühen“ und dann die Weide. Die Krokusse auch. Nun gehen auch die Obstblüten auf und die Ahornbäume haben die Blüten ausgetrieben.

Bevor ich Bienen hatte wusste ich damit nichts anzufangen. 😉

  

Meinen zwei Völkern geht es gut. Sie haben bereits ihr Brutnest gut ausgedehnt. Ein Volk war so stark, dass ich den Stock bereits um eine Etage erweitert habe. Mal sehen wie es weiter geht.

Falls ihr wissen wollt wie ich zur Imkerei kam, dann könnt ihr das hier nachlesen.

Zitronenmarmelade

Ich habe vor zwei Wochen Zitronenmarmelade gemacht. Dafür habe ich ganze unbehandelte Zitronen genommen. Ich finde sie sehr lecker. Sie ist aber etwas bitter stellenweise und somit speziell. Bei uns kommt sie gut an.

Zutaten
2 kg Zitronen
150 g Apfelsaft
500 g Honig oder veganes Süßungsmittel
ca. 200 g Wasser

Hier könnt ihr sehen wie wir die Marmelade gemacht haben.